Notfallplan soll Ende des Jahres stehen
Bundesamt für Strahlenschutz informiert in Remlingen über Gefahrenabwehr im Atommülllager Asse II
REMLINGEN. Ein umfassender Notfallplan nach Atomrecht liege für Asse II noch nicht vor. Er werde derzeit erarbeitet und solle bis zum Ende des Jahres fertig sein. Dies teilte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bei einem Informationsabend in Remlingen mit.
Der Fachbereichsleiter für Sicherheit nuklearer Entsorgung beim BfS, Michael Hoffmann, hielt einen Vortrag zum Thema "Die Ergebnisse der Störfallanalyse und was sie für die Asse bedeuten".
Viele Bedingungen bedenken
Gleich zu Beginn wies Hoffmann darauf hin, dass sein Thema nicht einfach sei. Viele verschiedene Szenarien müssten gleichzeitig bedacht werden. "Ich werde es bestimmt schaffen, Denkfalten auf ihre Stirn zu zaubern", so Hoffmann. Die zu erstellenden Pläne würden nicht automatisch wie ein Computerprogramm ablaufen, sondern müssten laufend angepasst werden.
Bei der Übernahme der Schachtanlage durch das BfS Anfang des Jahres habe man lediglich Notfallpläne nach Bergrecht vorgefunden, so Hoffmann. Mit der Entscheidung, Asse II unter Atomrecht weiterzubetreiben, sei daher ein zweites Notfall-Reglement zum Schutz vor radioaktiven Stoffen nötig geworden: "Wir sind im Januar 2009 ins Wasser des Atomrechts gesprungen."
Matthias Ranft, beim BfS bergrechtlich verantwortlich für die Asse, erklärte den Zuhörern, dass ein möglicher unkontrollierbarer Eintritt von Salzlauge in den Schacht den Strahlenschützern das größte Kopfzerbrechen bereite. "Für Brände unter Tage oder auf Atommüllfässer herabstürzende Gesteinsbrocken haben wir ausreichende Vorkehrungen", so Ranft.
Die Notfallplanung berücksichtige drei Grundprinzipien, führte Hoffmann weiter aus. Es gelte, alle Möglichkeiten zu nutzen, um den Fall eines erhöhten Laugenzuflusses zu verhindern. Fachmann Ranft erläuterte dazu verschiedene Verfahren, die derzeit alle auf ihre Machbarkeit überprüft würden, so Hoffmann.
Für die Verfüllung von Hohlräumen zwischen eingelagerten Salzstücken und Kammerdecken erwarte man aber bereits in den nächsten Tagen die Genehmigung des Bergamtes. "In Kürze wird der erste Beton fließen", sagte Ranft.
Mögliche Folgen begrenzen
Komme es dennoch zu erhöhtem Laugeneintritt, müsse man laut Hoffmann mit größeren Pumpen vorbereitet sein. Bei einem nicht kontrollierbaren Einbruch hieße es schließlich, die Folgen für die Umwelt einzudämmen.
Nach dem Vortrag entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Ein Zuhörer zeigte sich enttäuscht. Die Experten wüssten kaum Genaues über die Situation in der Asse zu sagen, kritisierte er.
Eine Frau erntete Applaus mit dem Appell, die BfS-Fachleute sollten sich dafür einsetzen, dass nicht noch weiterer Atommüll produziert werde. "Ihre Stimme zählt mehr als meine", sagte sie.













