"Geld ungleichmäßig verteilt"
Kämmerer, Bürgermeister und Politiker kritisieren Innenministerium
KREIS WOLFENBÜTTEL. Verärgert sind einige Kämmerer und Bürgermeister aus dem Kreis Wolfenbüttel über die Art, in der das Land Geld aus dem Programm für kommunale Sportstättenförderung vergeben hat. Das Innenministerium habe sich nicht an seine eigenen Kriterien gehalten und einzelne Kreise bevorzugt, kritisieren auch die Landtagsabgeordneten Marcus Bosse (SPD) und Victor Perli (Linke).
Nur 154 000 Euro von 40 Millionen Fördergeld fließen in den Landkreis; stellen Bosse und Perli fest. Berücksichtigt worden seien nur zwei Objekte, eine Turnhalle in Hornburg und eine in Veltheim. Landkreise wie Hildesheim oder Holzminden seien deutlich besser weggekommen.
Drei Kriterien sollten bei der Vergabe berücksichtigt werden. Baujahr, regionale Verteilung und Energieverbrauch. So war es ausgeschrieben.
Tatsächlich habe bei der Vergabe aber nur ein Kriterium gegriffen, sagt unter anderem Schöppenstedts Samtgemeindebürgermeisterin Ruth Naumann. Als Beleg präsentiert sie einen Auszug aus dem Ablehnungsbescheid. "Aufgrund der zahlreichen Anträge von Sporthallen der Baujahre 1965 und älter können jüngere Sporthallen leider nicht gefördert werden", heißt es darin.
Udo Nolte, Sportreferent im niedersächsischen Innenministerium, weist die Vorwürfe von sich: "Das ist absoluter Blödsinn. Wir fördern keine Sanierung, bei der es nicht um den energetischen Zustand geht." Das sei die Grundvoraussetzung für die Förderung gewesen. Das Ministerium habe die Anträge geprüft, und wenn alle Kriterien erfüllt waren, aufgrund des Alters entschieden, aber eben nicht nur aufgrund des Alters. Des weiteren habe das Ministerium versucht, regional ausgewogen zu fördern.
Aber auch dabei führte das Ergebnis zu Unmut: "Das Geld ist ungleichmäßig verteilt. Das Land hätte mehr Sorgfalt walten lassen müssen", sagt beispielsweise Wolfenbüttels Stadtkämmerer Knut Foraita.
Regina Bollmeier, Samtgemeindebürgermeisterin in der Asse, kritisiert: "Der Kreis Wolfenbüttel wurde mit wenig Geld abgespeist." Auch die Remlinger Sporthalle aus dem Jahr 1971 sei nicht berücksichtigt, obwohl die energetische Sanierung auf alle Fälle nötig gewesen sei. Bollmeier: "Der Antrag war ein Riesen-Verwaltungsaufwand. Den hätten wir uns sparen können."













