Berklinger Kirchturm wird saniert
Stiftung trägt großen Teil der 130 000 Euro Kosten Gotteshaus gilt als Kulturdenkmal von erheblichem Rang
BERKLINGEN. Eine der markantesten Erscheinungen in der Umgebung von Schöppenstedt bietet derzeit ein ungewohntes Bild.
Der in seinen Ursprüngen an die 800 Jahre alte und 32 Meter hohe Turm der evangelischen St.-Blasius-Kirche in Berklingen ist auf allen Seiten eingerüstet. Der Dachstuhl wird komplett erneuert und der Turm teilsaniert, berichtete Pfarrer Corvinus.
"Der Dachstuhl der Kirche war morsch geworden und die Kupferhaut des Daches schadhaft, so dass eine Erneuerung dringend notwendig wurde, um die Gefahr einer erheblichen Beschädigung der Bausubstanz zu entgehen", erklärte er.
Das Dach des Gotteshauses soll erneut eine Kupferhaut bekommen die allerdings nicht mehr "so schön hellgrün" strahlen wird, da der heute verwendete Kupfer so behandelt ist, dass er seine bräunliche Farbe in der Regel behält, erläuterte der betreuende Architekt des Landeskirchenamts, Holger Mielich. Im Zuge der Sanierung wird auch die steinerne mittelalterliche Kreuzigungsgruppe an der Stirnseite des Turmes entnommen, da sie durch die Wettereinflüsse stark beschädigt ist.
Sie soll dafür im geschützten Kircheninneren wieder aufgestellt werden. Daneben wird ein ebenfalls mittelalterliches und sehr seltenes Steinkreuz auf Initiative des -Heimathistorikers Ekkehard Thon am Turm angebracht. "Neben diesen historischen Relikten bewahrt die Blasius-Kirche auch andere Kultur- und Kunstschätze von ganz erheblichem Rang", ergänzte Pfarrer Corvinus.
Die Reste ihres um 1500 geschaffenen Flügelaltars werden einem Schüler des berühmten Tillmann Riemenschneider zugeschrieben und von Kunsthistorikern weithin gerühmt. Nicht minder gerühmt wird auch die um 1420 entstandene Reliquienbüste des Kirchenheiligen St. Blasius, die im Braunschweiger Land ihresgleichen sucht.
Die Sanierungsarbeiten werden knapp 130 000 Euro kosten. Sie werden in erheblichem Umfang von der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz gefördert. "Ohne diese großzügige Unterstützung wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen", erklärte Corvinus. Er dankte Stiftungs-Vertreterin Raphaela Harms, die das Projekt "hervorragend begleitet hat". Diese machte deutlich, dass die Berklinger Kirche ein Kulturdenkmal von erheblichem Rang darstellt.













