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13. Februar 2012
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"Entscheiden wird der Betreiber"

Bundesamt für Strahlenschutz zeigt, wie es zu einer Entscheidung über die Asse-Schließung kommen will

Von Kai-Uwe Ruf

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WOLFENBÜTTEL. Kann man errechnen, mit welchem Verfahren man das Atommüll-Lager am besten schließt. Das Bundesamt für Strahlenschutz sagt: Nein. In der Lindenhalle stellte es vor, wie es die drei Optionen zur Stilllegung bewerten will.

Dirk Laske, Leiter des Referats Asse-Stilllegung beim Bundesamt stellte vor, wie das BfS zu einem Ergebnis kommen will. Mehr als 100 Zuhörer waren in den Raum Kenosha gekommen. Laske musste sich teilweise harter Kritik stellen.

Zunächst stellte er ein kompliziertes Modell vor, nachdem die verschiedenen Kriterien der drei Schließungsoptionen miteinander verglichen werden sollen. Argumentativ soll dabei abgewägt werden. Positive und negative Eigenschaften sollen dargestellt und später bewertet werden.

Am Ende sollten sie gewichtet werden, um zu einem Urteil zu kommen. Die Gewichtung müsse gut begründet werden. Das Ergebnis solle transparent, plausibel und nachvollziehbar sein. "Zahlen spielen dabei keine Rolle", sagte Laske.

Damit handelte er sich Kritik vor allem von Frank Klawonn ein. Der Informatiker der Ostfalia-Fachhochschule sprach als Experte für Entscheidungstheorie der Asse-Begleitgruppe. "Mathematik ist wesentlich transparenter. Mathematische Verfahren sind genau überprüfbar", sagte er. Sachargumente enthielten zu viele implizite Wertungen.

Laske argumentierte, dass für viele Bereiche gar keine Zahlen vorliegen, mit denen man rechnen könne. Ein anderer Zuhörer befürchtete, es könne zu politischen Einflussnahmen kommen. "Wer kann auf die Gewichtung Einfluss nehmen", fragte er. Laske betonte, dass bei der Entscheidung alle Begründungen nachvollziehbar sein müssten: "Wenn man politisch dran drehen würde, fiele das auf."

Sorgen machten sich Zuhörer auch über den Zeitplan. Das Bundesamt für Strahlenschutz betonte, bis Ende des Jahres ein Ergebnis zu präsentieren. Laske: "Ein Entscheidungsvorschlag wird Mitte Dezember präsentiert. Dann können Sie gegebenenfalls sagen, wir haben die falschen Bewertungen vorgenommen."

Grundlegende Kritik äußerte Landrat Jörg Röhmann, der Sprecher der Asse-Begleitgruppe: "Ich bin ein bisschen angefasst. Die Veranstaltung ist nicht das Ergebnis einer Beratung zwischen Begleitgruppe und BfS." Zu einer schnellen Stilllegung könne es nur kommen, wenn es einen gesellschaftlichen Konsens darüber gebe. "Wir fordern als Begleitgruppe und Gesellschaft bei der Entscheidung mitgenommen zu werden", betonte Röhmann.

Das BfS reagierte gestern in einer Stellungnahme: "Wir haben Verständnis für die große Herausforderung, vor der die Begleitgruppe steht. Ein vertrauensvolles Verhältnis zeichnet sich dabei auch durch gegenseitigen Respekt für die unterschiedlichen Rollen aus."

Wer am Ende die Entscheidung über die Schließung treffen würde, machte Laske schon während der Veranstaltung klar. "Entscheiden wird der Betreiber". Das ist das BfS.

Samstag, 07.11.2009
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11227922/menuid/2164
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