Mit Humor gegen Kernkraft
Asse-II-Koordinationskreis informiert zum Aktionstag gegen Atomenergie
WOLFENBÜTTEL. Heiko Judith zeigt Humor. Das Mitglied der Sickter Bürgerinitiative Sichere Asse steht in der Wolfenbütteler Fußgängerzone vor dem Bankhaus Seeliger, hält ein streichholzschachtelgroßes gelbes Fass in die Luft und preist angeblichen Atommüll an. "Nehmen Sie ihn mit, aber vergraben sie ihn nicht in ihrem Garten", ruft er den Passanten über ein kleines Mikrofon verstärkt zu. Eine Atomommüll-Vermarktungsgesellschaft habe er gegründet, witzelt er und bittet: "Lagern sie die Fässchen trocken."
Der Asse-II-Koordinationskreis hat am Samstag einen Kundgebung in der Fußgängerzone organisiert. Anlass ist der bundesweite Aktionstag gegen Atomenergie.
Heiko Judith steht vor zwei Tischen, auf denen Informationsbroschüren liegen, einige Meter hinter ihm hängt ein Transparent, das auf den Atommüll in der Asse aufmerksam macht. Neben Heiko Judith sammeln Kernkraft-Kritiker Unterschriften, machen auf das Atommüll-Lager bei Morsleben nahe Helmstedt aufmerksam und werben dafür, zu Öko-Stromanbietern zu wechseln.
Nach Heiko Judith spricht Udo Dettmann vom Asse-II-Koordinationskreis. Er redet über Atomkraft, internationale Verflechtungen und Abhängigkeiten bei der Energieversorgung. "Wir wollen heute über das Thema Atommüll hinausgehen", sagt er. Ziel sei es, mit den Passanten ins Gespräch zu kommen.
Die gibt es reichlich am späten Vormittag in der Fußgängerzone. "Die Reaktionen sind ganz unterschiedlich", sagt Petra Krebs, die Unterschriften, zum Atommüllager bei Morsleben sammelt: "Den Leuten wird viel angeboten. Oft sind sie erst skeptisch, dann aber interessiert."
Rita Laucke die aus Braunschweig zu Besuch in Wolfenbüttel ist und mit Nachbarn durch die Fußgängerzone bummelt, ärgert sich beim Thema Atommüll: "Ich kann nicht verstehen, warum das alles nach Niedersachsen kommt." Nicht alle stehen dem Thema Kernkraft nur negativ gegenüber: Günter Geßner betont. "Es wäre eine gute Sache, wenn es richtig gehandhabt würde."
Heiko Judith hält seinen kleinen Vortrag mehrmals, etwa jede halbe Stunde. "Humorig soll es sein, damit es ankommt", sagt er: "Aber es ist schon ein bisschen ein verzweifelter Humor."













