Strom der Stadtwerke wird grüner
Unternehmen reagiert auf Asse-II-Skandal – Privatkunden erhalten Energie aus Wasserkraft, Preise vorerst stabil
Die Nachrichten über skandalöse Zustände rund um das Atommülllager Asse II haben viele Verbraucher aufgeschreckt: Sie wollen Energie, die sauber produziert wird. Die Stadtwerke reagieren, bieten Privatkunden ab Januar keinen Atomstrom mehr an.
Für zunächst drei Jahre sollen diese mit Energie versorgt werden, die zu 100 Prozent aus Wasserkraft gewonnen wird. Das verspricht Geschäftsführer Ulrich Sobotta. Den Strom bezögen die Stadtwerke über Eon-Avacon von verschiedenen Anbietern. Er sei vom Ökoinstitut zertifiziert. Wasserkraftanlagen werden vorwiegend in Süddeutschland und Österreich eingesetzt.
CO2 wird eingespart
In der Vergangenheit hatte der Grundversorger all jene Kunden angeschrieben, die im Begriff waren, ihre Verträge zu kündigen. Vertriebsleiter Tino Bauer: "Viele haben von uns gefordert, auf Atomstrom zu verzichten." Bauer weiter: "Durch die Energie aus reiner Wasserkraft vermeiden wir gemeinsam mit unseren Kunden die Emission von rund 36 000 Tonnen klimaschädlichem CO2 pro Jahr."
Atomkritiker wie Heike Wiegel vom Verein Aufpassen begrüßen diesen Schritt: "Es ist heute nicht mehr notwendig, Atomstrom anzubieten." Die Asse-Expertin weiter: "Dass Atomstrom Risiken und Gefahren hinterlässt, wissen wir. Dass er mit Steuergeldern subventioniert wird, ist dagegen weitgehend unbekannt."
Die Kosten für Energie heben die Stadtwerke unterdessen vorerst nicht an. Sobotta: "Mindestens bis zum 1. April 2010 bleibt der Strompreis unverändert." Auch Erdgas solle zum Jahreswechsel nicht teurer werden, so der Geschäftsführer.
Ebenfalls vorerst nicht angetastet werden laut Sobotta die Preise für Ökostrom. Dieser werde weiterhin angeboten im bewährten Mix mit Energie aus Sonne, Wasser und Wind. Der Unterschied zum neuen Wasserkraft-Modell für Privatkunden: Ökostrom ist etwas teurer, da er auch dazu dient, neue Produktionsanlagen mitzufinanzieren. Dies ist beim Wasserkraft-Modell nicht der Fall. Hier nehmen die Stadtwerke eine vertraglich vereinbarte Anzahl an Kilowattstunden von Anbietern ab.
Laut Vertriebsleiter Bauer werden die Kunden in den nächsten Tagen von dem Unternehmen angeschrieben und informiert. Erneut biete dieses auch Infrarotbilder von Häusern an.
Wärmelecks aufstöbern
Auf diese Weise könnten Wärmelecks aufgestöbert werden, deren Ursache
schlechte Isolation sei. Sie zu schließen, so die Stadtwerke, schone den eigenen
Geldbeutel (Heizkosten) und die Umwelt. Der Energieberater sei zu erreichen
unter
(0 53 31) 40 81 16 oder
energieberatung@stadtwerke-wf.de













