Riesige Bauten mit Befestigungsringen
Ausstellung "Monumente der Steinzeit Erdwerke im Braunschweiger Land vor 6000 Jahren" eröffnet
WOLFENBÜTTEL. "Es ist eine kleine Ausstellung mit einem großartigen Thema", sagte Hans-Jürgen Derda, kommissarischer Direktor der Abteilung Ur- und Frühgeschichte des Braunschweigischen Landesmuseums in der Kanzleistraße.
Der Titel lautet: "Monumente der Steinzeit Erdwerke im Braunschweiger Land vor 6000 Jahren." Derda begrüßte unter anderem den Vorsitzenden der archäologischen Kommission Niedersachsen, Rolf Bärenfänger, sowie den Landesarchäologen Henning Haßmann.
Buch als Ausgangspunkt
Ausgangspunkt der Ausstellung ist das Erscheinen eines Buches, in dem eine über 15-jährige Forschungsarbeit der archäologischen Denkmalpflege im Regierungsbezirk Braunschweig eine vorläufige Zusammenfassung gefunden hat. Die Urheber dieses Berichtes, gleichzeitig die Erforscher des genannten Projektes, sind die Archäologen Michael Geschwinde und Dirk Raetzel-Fabian.
Vor rund 6000 Jahren begannen die Menschen in der Jungsteinzeit große Wall-Grabenanlagen, so genannte "Erdwerke", zu errichten. Mit mittlerweile 33 nachgewiesenen Objekten dieser Art war das Braunschweiger Land dabei ein Zentrum dieser Bautätigkeit. Allein in der Samtgemeinde Schladen lassen sich fünf Erdwerke nachweisen.
"Diese Erdwerke stellten die ersten architektonischen Monumente der Landschaft dar. Sie konnten Durchmesser von bis zu 600 Meter mit bis zu drei Befestigungsringen von bisweilen mehreren Kilometern Länge erreichen. Ihre Errichtung stellte eine außergewöhnliche Gemeinschaftsleistung dar", machte Derda deutlich.
Die gewaltigen Erdwerke seien heute durch natürliche Erosion, Landwirtschaft und gezielten Abtrag völlig aus der Landschaft verschwunden. Nur mit modernsten Methoden, vor allem der Luftbildprospektion seien sie in den vergangenen 15 bis 20 Jahren wiederentdeckt und durch archäologische Ausgrabungen untersucht worden.
Nicht nur für Experten
"In der Ausstellung wird der Buchinhalt faszinierend visualisiert", erklärte Bärenfänger und betonte, das Buch sei nicht nur für Experten interessant.
Henning Haßmann sprach von einem herausragenden Einsatz der Protagonisten. Der Inhalt sei schwer vermittelbar, und gerade das müsse man erklären.
Dafür brauche man Leute wie Museumsleiter Wolf-Dieter Steinmetz, der die Inhalte "übersetze" und der Öffentlichkeit zugänglich mache. Die Ausstellung ist bis zum 4. Juli 2010 zu sehen.













