Arbeiter heben Güterzug auf Schienen
Bei Schandelah entgleisen zwei 30 Tonnen schwere Waggons – Bahnstrecke auf 2,5 Kilometer beschädigt
SCHANDELAH. Rainer Pietrusky kniet direkt hinter dem schweren Güterwaggon auf dem Kies zwischen den Gleisen. "Noch einen Zentimeter rüber", sagt er.
Dann passt es. Pietrusky gibt ein Signal mit der Hand. Sein Kollege betätigt einen Knopf, und ein Gerät, das einem riesigen Wagenheber gleicht, senkt den Güterwaggon langsam auf das Bahngleis bei Schandelah.
Es ist einer von zwei Waggons eines Güterzugs, die in der Nacht nahe Schandelah entgleist sind. Gegen drei Uhr soll der Lokführer den Güterzug gestoppt haben, nachdem aus bislang ungeklärter Ursache zwei leere Waggons des 600 Meter langen Zug aus dem Gleis gesprungen waren.
Erst nach 13 Uhr beginnen sieben Mitarbeiter der Regiowerkstatt aus Braunschweig damit, die Güterwagen wieder ins Gleis zu setzen. Zuvor hatten Bahnbehörden die Strecke nicht für die Arbeiten frei geben, sagt ein Sprecher.
Das Werkstatt-Team hat im Schneetreiben eine breite Metallschiene über die beiden Gleise gelegt. Darauf hat es den Hydraulik-Stempel platziert, mit dem die 30 Tonnen schweren Waggons bewegt werden können. Der Wind bläst den Schnee fast waagerecht an den Waggons vorbei. Die Männer stehen in orangenen Anzügen neben den Waggons. Die meisten haben ihre Helme tief ins Gesicht gezogen.
Jede Aktion stimmen sie genau ab. Zunächst heben sie die entgleiste Achse des Güterwagens hydraulisch an – so weit, bis das Rad auf Gleishöhe ist. Dann fixieren sie es mit Holzkeilen. Danach setzen sie erneut die Hydraulikpumpe an, um den Wagen seitwärts zu bewegen. Bevor die Waggons bewegt werden, schaltet die Bahn den Strom in der Oberleitung über den Gleisen aus Sicherheitsgründen ab. Wenn sie aufgegleist sind, können die beiden Waggons weggeschleppt werden. Die Reparaturen an der Gleisanlagen werden länger dauern. Die Strecke ist laut Holger Stöhr vom Bundespolizeirevier Braunschweig auf etwa 2,5 Kilometer Länge beschädigt.











