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15. März 2010
2-Tage-Vorschau

Kein hochradioaktiver Abfall in Asse II

Beginn der Aktion "Bürger fragen und das Bundesamt für Strahlenschutz antwortet" mit zwei Themen

Von Karl-Ernst Hueske

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KREIS WOLFENBÜTTEL. Zahlreiche Fragen wurden der Redaktion anlässlich der Aktion "Bürger fragen zum Thema Asse II und das Bundesamt für Strahlenschutz antwortet" zugesandt.

Ehe diese Fragen dem Bundesamt in Salzgitter zur Beantwortung übermittelt wurden, wurden sie noch zu Themen gebündelt. Inzwischen liegen die Antworten zu den Themen "Hochradioaktiver Abfall/Inventar" sowie "Transportwege" vor. Die Antworten zu den übrigen Fragen werden in den nächsten Tagen und Wochen beantwortet.

Thema: Inventar

Gibt es auch hochradioaktiven Abfall in der Asse?

Als hochradioaktive Abfälle werden Abfälle bezeichnet, die nicht vernachlässigbare Wärme entwickeln. Nach allem, was wir wissen und nach den uns vorliegenden Aufzeichnungen, die bei der Annahme der Abfälle angefertigt wurden, sind in die Schachtanlage Asse II keine hochradioaktiven Abfälle eingelagert worden.

Wie wird sichergestellt, dass Fässer mit hochradioaktivem Abfall nicht neu verpackt und zum Beispiel nach Schacht Konrad gebracht werden?

Sämtliche Abfälle, die in einem nach Atomgesetz genehmigten Endlager, wie Schacht Konrad, eingelagert werden, müssen vorab kontrolliert und gemessen werden. Hierdurch wird sichergestellt, dass sie die in der Genehmigung festgelegten Endlagerbedingungen für schwach- und mittelradioaktive Abfälle erfüllen. Insbesondere würden hochradioaktive Abfälle bei der messtechnischen Überwachung (Ortsdosisleistung) sofort auffallen.

Muss nicht jedes Fass geöffnet werden, ehe es zum Beispiel in Schacht Konrad eingelagert wird?

Ein Öffnen der Fässer ist nicht zwingend erforderlich. Im Rahmen der Produktkontrolle könnte auch über das Anbohren der rückgeholten Gebinde kontrolliert werden, ob die Abfälle den Endlagerbedingungen genügen. Sollte dies nicht der Fall sein, so wären die Abfälle neu zu verpacken (konditionieren).

Wie hoch war die berechnete Menge der einzelnen radioaktiven Substanzen bei Einlagerungsschluss 1978?

Die knapp 126  000 Abfallgebinde wurden im Zeitraum zwischen 1967 bis 1978 in 13 Einlagerungskammern eingelagert. Die eingelagerte Gesamtaktivität betrug 1978 etwa 7 x 1015 Bq (Bequrel). Über die konkret eingelagerten einzelnen radioaktiven Einzelsubstanzen liegen keine genauen Angaben vor.

Wie hoch ist heute die berechnete Menge unter Berücksichtigung der Halbwertzeiten der einzelnen radioaktiven Substanzen?

Die Gesamtaktivität der sich in der Asse befindlichen Abfälle beträgt heute etwa 2 x 1015 Bq (Bequrel). Im Vergleich zum Zeitpunkt der Einlagerung hat sich die Aktivität infolge des radioaktiven Zerfalls um etwa 70 Prozent verringert.

Thema: Transportwege

Wie soll der aus der Asse herausgeholte Atommüll zur Bearbeitung nach Braunschweig (wie jüngst zu lesen war) oder in andere Zwischenlager oder zum Schacht Konrad transportiert werden? Per LKW oder per Bahn?

Es gibt keine Planungen, die geborgenen Abfälle nach Braunschweig zur Konditionierung beziehungsweise Zwischenlagerung zu liefern. Die Konditionierung der rückgeholten Abfälle könnte vor Ort in einem neu zu errichtenden Zwischenlager, einschließlich einer Konditionieranlage erfolgen, oder in bereits bestehende Anlagen. Eine Entscheidung über den Ort der Konditionierung gibt es noch nicht. Dies wird Ergebnis der Planungsarbeiten sein. Da die Schachtanlage Asse II über einen Bahnanschluss verfügt, wäre neben einem Lastwagen-Transport auch der Transport per Bahn möglich.

Nächstes Thema: Die Unsicherheit der Rückholung. 

Dienstag, 02.02.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11651945/menuid/2164
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