BZV
newsclick
Suchen
13. Februar 2012
2-Tage-Vorschau

Alle Beteiligten müssen gemeinsam an der Lösung des Problems arbeiten

Das Bundesamt für Strahlenschutz antwortet auf Fragen der Bürger zur Rückholung des Asse-II-Atommülls


zoom
Großansicht Großansicht

KREIS WOLFENBÜTTEL. In der heutigen Folge der Reihe "Bürger fragen zu Asse II, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) antwortet" geht es weiter um die Unsicherheit der Rückholung.

Wäre es nicht angebracht, Risiken in der Gegenwart oder in naher Zukunft stärker zu gewichten, als Risiken, die unter Umständen in ferner Zukunft eintreten könnten, weil Voraussagen im Allgemeinen unsicherer sind, je weiter sie in die Zukunft reichen?

Grundsätzlich sollten Risiken in der Gegenwart und Risiken in der Zukunft gleich gewichtet beziehungsweise bewertet werden. Es ist nicht nachvollziehbar, warum für die heutigen Generationen andere Maßstäbe gelten als für zukünftige Generationen und umgekehrt. Allerdings ist hierbei zu bedenken, dass die realen in der Gegenwart auftretenden Strahlenexpositionen relativ gut erfasst und bewertet werden können. Strahlenexpositionen, die für die Zukunft beziehungsweise die im Rahmen von Sicherheitsanalysen berechnet werden, stellen dagegen mögliche Strahlenbelastungen dar, die entsprechend der Szenarienanalysen in Modellrechnungen unter konservativen Annahmen berechnet werden.

Wie stellt man sich die "repräsentative Beprobung" vor?

Eine Beprobung aller in der Asse vorhandenen Abfallgebinde (etwa 126 000) ist nicht möglich. Die Planungsarbeiten zur Rückholung sehen in einer ersten Pilotphase vor, dass Abfallgebinde aus ausgewählten Abfallkammern rückgeholt werden und diese hinsichtlich ihres Zustands bewertet werden. Darüber hinaus sollen Abfallgebinde einzelner Abfallchargen beprobt und hinsichtlich ihrer Abfallbestandteile und möglicher Inventare bewertet werden.

Bei der Beprobung werden die Gebinde, sofern sie noch intakt sind, geöffnet oder bei betonierten Gebinde die Abfallmatrix zum Beispiel über Kernbohrungen beprobt. Das Öffnen der Gebinde beziehungsweise die Probennahme kann nur in abgeschlossenen Bereichen (Sperrbereich) mit Hilfe von Manipulatoren (fernbedienbare Werkzeuge) erfolgen. Eine Beprobung von losen Abfällen (kaputte Gebinde, kontaminierter Salzgrus) wird dagegen bereits beim Bergen erfolgen.

Wer entscheidet, bei welchen Werten eine Rückholung nicht mehr möglich oder zumutbar ist?

Diese Entscheidung muss letztendlich der Betreiber treffen, da er für die Sicherheit der Anlage sowie der Beschäftigten verantwortlich ist. Der weitere Prozess wird – wie bisher – vom BfS öffentlich dargestellt und diskutiert.

Was geschieht in diesem Fall? Werden dann weitere Abwehrmaßnahmen entwickelt oder bedeutet dies automatisch die Entscheidung für eine untaugliche Lösung, nämlich die Verfüllung?

Grundsätzlich wird es keine untaugliche Lösung für Asse II geben. Alle Stilllegungsmaßnahmen werden mit dem Ziel der Minimierung möglicher Strahlengefährdung durchgeführt. Sollte im Rahmen der Pilotphase der Rückholung zum Beispiel festgestellt werden, dass hierbei eine Gefährdung für die Beschäftigten auftritt, die nicht zu rechtfertigen ist (siehe auch Paragraph 4 Strahlenschutzverordnung), müssen andere Stilllegungsoptionen erwogen werden, die ein Verbleiben der Abfälle in der Asse II beinhalten.

Reichen aus Sicht des BfS die prognostizierten zehn Jahre Standsicherheit der betroffenen Teile der Schachtanlage überhaupt aus, alle für eine Rückholung notwendigen Genehmigungen und sonstigen verwaltungsrechtlichen Entscheidungen, auch im Hinblick auf eine weitere End- bzw. Zwischenlagerung zu treffen, um noch genügend Zeit zu haben, die Abfälle rückzuholen?

Die Aussagen des Gutachters zur Standsicherheit der Schachtanlage beschränken sich auf die Prognose der Verformungen an der Südflanke. Sofern sich die Randbedingungen nicht wesentlich ändern, können die Verformungen derzeit bis zum Jahre 2020 prognostiziert werden. Prognosen über längere Zeiträume weisen erhebliche Unsicherheiten auf. Diese verbleibenden zehn Jahre reichen nach derzeitiger Einschätzung nur dann für eine Rückholung der Abfälle aus, wenn alle Beteiligten gemeinsam an der Lösung des Problems arbeiten. Parallel laufende Stabilisierungsmaßnahmen und Restholraumverfüllungen, wie zum Beispiel die Firstspaltverfüllung, sollen eine Verbesserung der Standsicherheit bewirken und können somit auch eine Standsicherheit über zehn  Jahre hinaus sichern.  keh

Samstag, 06.02.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11670034/menuid/2164
epaper

Die elektronische Ausgabe Ihrer Zeitung - Jetzt abonnieren!

[ zum e-paper ]

Videos der Region

Städte suchen Wege aus Schuldenfalle

zum Artikel ]

VfL-Spielerin startet beim "Nacktrodeln"

zum Artikel ]

80.000 Liter Wasser flossen in Hochhauskeller

zum Artikel ]

Kleine Leute sangen bunte Lieder

zum Artikel ]

Zwischen Bio-Ei und bunten Ratten

zum Artikel ]

Kälte sicherte Bromer Kiepenkerl den Sieg

zum Artikel ]

Kinderfasching im Zeichen der Märchen

zum Artikel ]

Jäger zogen positive Bilanz

zum Artikel ]

"Unglaublich – Wie kann ein T-Shirt nur einen Euro kosten?"

zum Artikel ]

Mit verbundenen Augen zeichnen und "blind" singen

zum Artikel ]

350 Freunde des Humors feierten mit dem ECV

zum Artikel ]

Die Stadt feiert mehr als ihren 70. Geburtstag

zum Artikel ]

Mehr als 500 Besucher beim orientalischen Basar

zum Artikel ]

Winterspaß auf dem Allersee und dem Schillerteich

zum Artikel ]