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13. Februar 2012
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Okerbrücke am Seeliger Park steht vor dem Abriss

Ein Ersatzbau sei zu teuer, meint die Verwaltung – Ratsherr Jürgen Hartmann (Linke) poltert: Ein solches Vorgehen wäre "bürgerfeindlich"

Von Stephan Hespos

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Die Stadtverwaltung strebt noch in diesem Jahr den ersatzlosen Abriss der maroden Okerbrücke am Seeliger Park an. Die Idee findet allerdings nicht nur Freunde: Ratsmitglied Jürgen Hartmann (Die Linke) bezeichnet den Vorschlag als "bürgerfeindlich".

Er meint: "Die Verbindung ist wichtiger Teil des autofreien Wegenetzes unserer Stadt." Sie werde von vielen Fußgängern und Radfahrern genutzt, um die Musikakademie, ÖPNV-Haltestellen und den Kulturbahnhof zu erreichen. Hartmann: "Der Plan zeugt von der Ignoranz einiger automobiler Verwaltungsangehöriger gegenüber den Interessen nicht motorisierter Mitbürger."

Über die Brücke wird im Bauausschuss am 16. Februar diskutiert. Verwaltungssprecher Olaf Danell sagt auf Anfrage unserer Zeitung: "Bei unserer derzeitigen Haushaltslage ist ein sechsstelliger Betrag für die Sanierung einfach nicht drin." Mehrere Brückenteile, beispielsweise die Stützbohlen der Rampen, wiesen erhebliche Mängel auf. Die Kosten für einen Neubau beziffert die Kommune auf 230 000 Euro. Immerhin 20 000 Euro würden fällig, wenn die Brücke abgerissen und die Uferbereiche rekultiviert werden.

Gegen einen Abriss sprechen sich auch die Grünen aus. Bauausschussmitglied Stefan Brix poltert: "Der Plan zeigt wieder einmal, dass die Verwaltung keine Vorstellung davon hat, wie Fuß- und Radverkehr funktionieren." Der Weg über die Brücke müsse vielmehr ausgebaut werden, da Jugendgästehaus und Musikakademie nun in Betrieb seien. Brix argumentiert: "Ohne Brücke würde der Park südlich der Villa erheblich unbelebter, die gesamte soziale Kontrolle könnte darunter leiden."

Noch keine abschließende Meinung haben die großen Parteien. Christoph Helm, Fraktionschef der CDU, erklärt: "Wir müssen über das Thema noch beraten." Der Umweg für Fußgänger betrage laut Verwaltung rund 120 Meter. "Wenn das der Fall sein sollte, ist die Brücke entbehrlich." Helm weiter: "Ein Neubau ist zu teuer."

Auch die SPD wird sich laut Elke Wesche erst noch mit der Brücke beschäftigen. Die stellvertretende Fraktionschefin sagt: "Ich persönlich bin nicht glücklich über den geplanten Abriss." Elke Wesche regt nun an, das Holzbauwerk auf beiden Seiten zu sperren. Das kann sich auch Ratsmitglied Hans-Joachim Löwe (Wählergruppe WoBü-WfW) vorstellen: "Ich sehe nicht ein, 20 000 Euro für den Rückbau zu zahlen."

Für die FDP erklärt Marc Angerstein: "Es gibt gute Gründe, an der Brücke festzuhalten. Aber der Umweg wäre moderat. Angesichts unserer Haushaltslage stimmen wir zu."

Dienstag, 09.02.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11686052/menuid/2164
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