Schöppenstedter kriegen keine Wahl
Ausschuss empfiehlt: Schüler aus der Samtgemeinde am Elm sollen Wolfenbütteler Gymnasien besuchen
Verärgert verließen die Eltern aus Schöppenstedt den Wolfenbütteler Ratssaal. Dort hatte der Schulausschuss gerade eine weitere Wahlfreiheit für Schöppenstedter zwischen Gymnasien in Wolfenbüttel und Schöningen abgelehnt.
Nicht einmal ein Rederecht während der Einwohner-Fragestunde war ihnen eingeräumt worden. Nur für Wolfenbütteler sei das gedacht, sagte Ausschussvorsitzender Werner Blumeyer.
"So geht man nicht miteinander um", kritisierte Schöppenstedts Samtgemeindebürgermeisterin Ruth Naumann später gegenüber unserer Zeitung. Wolfenbüttel ist als Schulträger für uns zuständig. Da sollte man sich auch äußern dürfen." Naumann hatte die Schöppenstedter Eltern bei ihrem Besuch der Ausschuss-Sitzung begleitet.
Mit einer Gegenstimme und drei Enthaltungen lehnte der Schulausschuss den Antrag auf Wahlfreiheit ab. Wählen zwischen der Schule im Kreis Helmstedt und den Wolfenbütteler Gymnasien konnten Schöppenstedter Schüler seit 2004, erläuterte Bürgermeister Thomas Pink die Entwicklung. Der Grund: Damals habe Wolfenbüttel noch keine Ganztagsschule gehabt, Schöningen hingegen schon. Das Argument falle aber nun weg. Die Schulbezirkssatzung greife daher wieder.
Nachdem der Landkreis die Schulwege optimiert habe, falle auch das Argument der zu langen Wartezeiten weg. Die zumutbare Schulwegzeit von mehr als 60 Minuten werde nur in wenigen Einzelfällen überschritten, stellte Schuldezernent Thorsten Drahn fest.
Die Vertreter der Verwaltung betonten die rechtlichen und planerischen Aspekte. "Öffnen wir diese Pforte, haben wir keine verbindliche Schulentwicklungsgrundlage mehr", sagte Pink. Holger Müller (SPD) betonte, dass für die wenigen Härtefälle weiterhin die Möglichkeit von Ausnahmeregelungen bestehe: "Alle, die schlimm getroffen sind, können sagen: Wir wollen weiter nach Schöningen."
Keinen Grund, allen Schülern ein Wahlrecht einzuräumen, sah auch Manfred Ammon (CDU). "Es ist von Anfang an klar gewesen, dass die Schöppenstedter Schüler wieder nach Wolfenbüttel kommen, wenn wir die Infrastruktur haben. Einen Antrag der Grünen, die derzeitigen Ausnahmeregelungen zwei Jahre lang beizubehalten, und dann neu zu entschieden wurde abgelehnt.













