Ärztemangel trifft Städtisches Klinikum
Vakante Stellen im Zentrum für Innere Medizin Direktorium sucht Mediziner
WOLFENBÜTTEL. Mit Personalproblemen hat das Städtische Klinikum in Wolfenbüttel zu kämpfen. "Im Zentrum für Innere Medizin sind zwei Stellen vakant. Zusätzlich stehen vier Ärztinnen nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung, weil sie schwanger sind", sagt Joachim Kröger.
Der Geschäftsführer des Klinikums unterstreicht aber, dass das Zentrum für Innere Medizin, in dem es 27 Arztstellen gebe, wegen dieser Personalsituation keinesfalls geschlossen werden müsse. "Grund für die Situation ist ein eklatanter Ärztemangel, der bundesweit zu verzeichnen ist", erläutert Ärztlicher Direktor Professor Heinrich Keck. Deshalb sei es schwierig, diese Stellen zu besetzen.
Das Direktorium lasse allerdings nichts unversucht, um die Situation in den Griff zu bekommen, sagt Verwaltungsdirektor Klaus Salge. Er erläutert: "Wir haben die Stellen ausgeschrieben, recherchieren im Internet und haben mehrere Personalvermittlungsagenturen beauftragt. Im Mai und im Juni werden wir jeweils eine der beiden vakanten Stellen wieder besetzen können."
Derzeit würden Patienten des Zentrums für Innere Medizin an andere Krankenhäuser beispielsweise in Braunschweig, Salzgitter oder Goslar weitergeleitet werden, so sich durch die Ärzteversorgung im Städtischen Klinikum in Wolfenbüttel Kapazitätsprobleme ergäben, sagt Pflegedirektor Ralf Harmel. Das Weiterleiten aber sei ein ganz normaler Vorgang. "Wir nehmen ja auch Patienten von anderen Krankenhäusern auf, wenn es dort zu Kapazitätsproblemen kommt", so Harmel.
Keck betont: "Unsere Zentrale Aufnahme weist keinen einzigen Notfallpatienten ab. Das ist eine Anweisung." In der Zentralen Aufnahme gebe es zwölf Betten, vier Behandlungsräume, zwei Eingriffsräume, in denen Operationsbedingungen herrschten, und einen Schockraum. In diesem Bereich seien alle Arztstellen besetzt.
Dass es einen bundesweiten Ärztemangel geben würde, habe das Direktorium des Städtischen Klinikums Wolfenbüttel schon vor zwei Jahren vorausgesehen, sagt Harmel. "Wir haben frühzeitig erkannt, dass es schwierig werden würde, alle Arztstellen zu besetzen", so der Pflegedirektor.
Deshalb seien seit geraumer Zeit schon bestimmte ärztliche Tätigkeiten auf andere Mitarbeiter verlagert worden. So seien für Dokumentationen vier Mitarbeiter eingestellt worden. Sie dokumentierten zum Beispiel Operationen mit Hilfe eines vorgeschriebenen Ziffernkataloges.
Zwei zusätzliche Mitarbeiter seien im Entlastmanagement tätig. Sie schrieben zum Beispiel Elektrokardiogramme und kümmerten sich um die Weiterversorgung von Patienten. Drei weitere zusätzliche Mitarbeiter seien für Blutabnahmen zuständig. In Kürze soll eine weitere halbe Kraft hinzugezogen werden.













