"Autofahrer sind das Problem"
2009 gab es im Landkreis 400 Wildunfälle – Einige Strecken besonders gefährlich
KREIS WOLFENBÜTTEL. "Nicht das Wild, sondern die Autofahrer sind das Problem." Bernd Gutsche, Vorsitzender der Verkehrswacht Wolfenbüttel, wird nicht müde, diesen Satz zu wiederholen. Gestern stellte er bei der Polizei Wolfenbüttel die Statistik über Wildunfälle im vergangenen Jahr vor.
Demnach haben sich im Landkreis 400 Wildunfälle ereignet. Das seien rund 15 Prozent aller Unfälle. Durchschnittlich seien 1000 Euro Sachschaden je Unfall entstanden. Bei den Tieren habe es sich am häufigsten um Rehe gehandelt.
Verkehrswacht und Polizei machen im Landkreis mehrere Strecken aus, an denen es besonders oft zu Wildunfällen kommt:
die Bundesstraße (B) 79 zwischen Wittmar und Groß Denkte,
die Landesstraße (L) 512 zwischen Heiningen und Flöthe,
die L 625 zwischen Evessen und Erkerode,
die L 635 zwischen Hordorf und Cremlingen,
die Kreisstraße (K) 3 zwischen Denkte und Mönchevahlberg,
die K 90 zwischen Wolfenbüttel und Adersheim.
Auf diesen Strecken hat der so genannte Runde Tisch Wildwechselunfälle, an dem Verkehrswacht, Polizei, Straßenverkehrsbehörde, Straßenbaulastträger, Jägerschaft und die Öffentliche Versicherung beteiligt sind, seit 2008 versucht, die Unfallzahlen zu verringern.
So wurden etwa optische und akustische Wildwarnreflektoren eingesetzt. Erstere reflektieren das Scheinwerferlicht in den Wald hinein. Letztere erzeugen einen Pfeifton, der das Wild abschrecken soll. An der K 90 wurde außerdem ein Duftzaun eingesetzt (wir berichteten). Über den Erfolg dieser Maßnahmen könne man jedoch noch nicht urteilen, sagte Gutsche.
Entscheidend sei ohnehin das Verhalten der Autofahrer. Gutsche: "Rehe erkennen Autos bis zu einer Geschwindigkeit von 70 Stundenkilometern. Deshalb: An gefährlichen Strecken unbedingt runter vom Gaspedal."













