Die Kantine wächst und wächst
Zukunftsfabrik am Exer wird Studenten der Ostfalia versorgen – Integrativer Gastronomiebetrieb entsteht
In der Halle 17 am Exer in Wolfenbüttel wird wieder gebaut. Die Kantine der Zukunftsfabrik wächst. Grund: Studenten der Ostfalia-Hochschule sollen ab September/Oktober mit versorgt werden.
Rückblick: Im Jahr 2007 war die Kantine in der Halle auf dem ehemaligen Kasernengelände eröffnet worden – mit dem Ziel, langzeitarbeitslose Menschen zu beschäftigen und für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. 15 Teilnehmer hatte das Projekt zu der Zeit, berichtet Andreas Ring, Vorstand des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das für die Einrichtung zuständig ist.
Angebote für die Schulen
Im nächsten Schritt kamen die sozialen Schulkantinen hinzu, die aus der Zukunftsfabrik versorgt werden, die erste startete 2008. Inzwischen sind es fünf Schulen, die beliefert werden, inklusive Kissenbrück, wo heute die Versorgung beginnt, so Küchenleiterin Corina Bornecke.
Untergebracht wurden in der Halle 17 auch Teile der Tafel-Versorgung. Das Beschäftigungsprojekt wuchs – 7 Festangestellte sind dabei, laut Ring zumeist aus der eigenen Qualifizierungsmaßnahme heraus, 22 Teilnehmer kommen hinzu.
Mit der Ostfalia, Hochschule für angewandte Wissenschaften, deren Fachbereich Soziale Arbeit nun aus Braunschweig an den Exer umzieht, folgt der nächste Schritt. Die Ostfalia habe vor gehabt, für die aktuell zirka 800 und die kommenden rund 1000 Studenten eine Mensa am Exer zu bauen, so Ring. "Es bestand Handlungsbedarf", sagt Manfred Hamann, Professor und Vizepräsident für Lehre, Studium und Weiterbildung der Ostfalia.
"Hier am Exer greift vieles ineinander, es gibt viele Verknüpfungspunkte mit der Hochschule", sagt DRK-Vorstand Ring und spielt auf die zahlreichen Projekte von DRK und Diakonie auf dem Gelände an. So seien die drei Partner an einen Tisch gekommen und seien Ende 2009 in die Planung für den Ausbau der Kantine gegangen.
Glasanbau wird errichtet
Am Ergebnis, in dem die Fachhochschule Flächen für den Betrieb pachten wird, wird seit einigen Wochen gebaut. Der Gastraum der Kantine wird laut Ring von 65 auf 210 Plätze aufgestockt. Dafür wird ein Glasanbau errichtet, das Außengelände wird neu gestaltet.
Neu sind die nun behindertengerechte Küche und der Ausgabebereich, der an die steigende Zahl der Essen angepasst werden musste. Die Logistik wurde in den Keller verlegt.
Rund 400 000 Euro werden die Arbeiten laut Ring kosten – finanziert jeweils zu einem Drittel aus Eigenkapital, Fördermitteln und Krediten. Der Vertrag mit der Hochschule sei auf zehn Jahre ausgelegt. Eingerichtet wird auch ein vielfältig nutzbarer Raum für den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA).
Abgesehen von den Haupt-Essenzeiten soll die Kantine auch zwischendurch als Treffpunkt dienen können. Parallel dazu baut die Diakonie die Kapazitäten des von ihr betriebenen Café Limes weiter aus.
Weitere Besonderheit in der Kantine der Zukunftsfabrik: Aus ihr heraus soll ein neuer gastronomischer Betrieb entstehen, der integrativ arbeitet. Bis zu zehn Menschen mit Behinderung sollen die Möglichkeit bekommen, sich beruflich auszuprobieren und zu qualifizieren. Mit dieser Aufgabe wird die Zahl der Festangestellten zur Begleitung laut Ring vermutlich um fünf wachsen.













