"Alter schützt vor Liebe nicht"
Vom hochherrschaftlichem Haus zum Bürgerhaus Parkfest zum 300-jährigen Bestehen des Herrenhauses
SICKTE. Es ist 300 Jahre alt und so bürgernah lebendig. Gestern Mittag wurde bei blauem Himmel in seinem idyllischen Park mit vielen Gästen das Bestehen des Herrenhauses gefeiert. Vor allem mit musikalischem Schwung.
Bürgermeister Dieter Lorenz verwies auf den hohen Bekanntheitsgrad, den das Herrenhaus mit seinem Standesamt erlangt habe und auf die mittlerweile viel beachteten Treppenhausausstellungen. Insbesondere dankte er Margit Richert von der Sickter Kulturinitiative, die durch ihr kulturelles Engagement maßgeblich dazu beigetragen habe.
Eine Errungenschaft
Samtgemeindebürgermeister Arne Pautsch betonte die Demokratisierung, die an dem Haus deutlich werde: "Eine Bürgerverwaltung in einem ehemals hochherrschaftlichen Haus ist eine Errungenschaft."
Sickter Bürger und Kommunalpolitiker feierten das 300-jährige Jubiläum dieses Bürgerhauses gemeinsam und ließen sich besonders von Jazz-Kabarett unterhalten. Mathias Claus und Karle Bardowicks von der Stadtmusikschule in Braunschweig präsentierten verjazzte alte Filmmusik und Georg Renz vom Staatstheater in Braunschweig rezitierte dazu sarkastische und manchmal bissige Texte von Erich Kästner, Wilhelm Busch und Kurt Tucholsky.
Klassische amerikanische Jazz-Standards polierten sie mit ironischen, selbst verfassten spritzigen, spöttischen deutschen Texten auf und woben damit einen modernen Gegenpol. Das große Thema ihrer Matinee war das alte Thema Liebe. So war beispielsweise der sprichwörtliche Titel des Filmes von 1950, "Alter schützt vor Liebe nicht", mühelos auch auf das Herrenhaus übertragbar.
Stark beklatscht auch der Gastauftritt des "Jungen Musicals Braunschweig". Begonnen hatte das Jubiläumsfest mit einem Festgottesdienst im Park des Herrenhauses.
Kriminalfilm gezeigt
Bereits am Vorabend war der in diesem Gebäude 1967 gedrehte Kriminalfilm "Verbrechen mit Vorbedacht" gezeigt worden. Neben Vadim Glowna, Maria Schade und Willy Semmelrogge hatten damals viele Sickter als Komparsen mitgewirkt.
Viele Stücke ergab, nachdem Lorenz und Pautsch sie gemeinsam angeschnitten hatten, eine große Herrenhaus-Geburtstagstorte, die gesponsert worden war. Der Erlös aus dem Verkauf solle vollständig in die Typisierungsaktion für Maxi einfließen, teilte Bürgermeister Dieter Lorenz mit.













