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09. Februar 2012
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Keine Kameradschaft mit rechtsextremistischem Hintergrund

Leiter der Braunschweiger Beratungsstelle Rechtsextremismus und Gewalt, Reinhard Koch, gibt Entwarnung

Von Christine Pelz

WOLFENBÜTTEL.  In Wolfenbüttel gibt es keine Kameradschaft mit rechtsextremistischem Hintergrund. Das stellte gestern der Leiter der Braunschweiger Beratungsstelle Rechtsextremismus und Gewalt, Reinhard Koch, in einem Gespräch mit unserer Zeitung klar. In der Region existiere eine sehr aktive in Salzgitter, die großen Zulauf und ausstrahlende Wirkung habe.

"Durch Mobilität und berufliche Anbindung geraten auch Personen aus umliegenden Gemeinden und eben auch aus Wolfenbüttel in ihren Sog." Zu dieser Kameradschaft zählten rund 80 bis 100 Jugendliche. Wie viele davon aus Wolfenbüttel kommen, konnte Koch indes nicht sagen. Deutlich machte er jedoch, dass nichts davon bekannt sei, dass in der Lessingstadt eine Kameradschaft gebildet werden solle. Dies bestätigte auch der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes Wolfenbüttel, Willfried Weiss. "Wir haben keine Erkenntnisse darüber, stehen aber in ständigem Kontakt mit der Braunschweiger Beratungsstelle."

Koch erklärte außerdem, dass im Landkreis Wolfenbüttel auch keine Veranstaltungen der Salzgitteraner Kameradschaft stattgefunden hätten. Zwar sollte eine CD mit rechten Liedern in sechsstelliger Auflage kostenlos in Schulen verteilt werden, dies sei aber durch ein Gerichtsurteil erschwert worden. Danach sei die CD "beschlagnahmefähig", und diejenigen, die sie verteilen, machten sich strafbar.

Den Schulen riet er, mit diesem Thema offensiv umzugehen und sich inhaltlich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen. "Nur mit Verboten zu agieren, bewirkt das genaue Gegenteil. Dann ist der Reiz nur umso größer." Hausverbote und Platzverweise seien das eine, die Verteilung rechtsextremistischen Materials auf einem öffentlichen Platz vor der Schule das andere. "In jedem Fall sollten die Schulen, wenn sie derlei Aktivitäten bemerken, der Polizei melden", rät Koch.

Auf keinen Fall, so der Fachmann, sollte aufgrund des eigenen Demokratieverständnisses ein Dialog mit der Szene gesucht werden. "Auf diese Art bietet man den Rechten nur eine entsprechende Plattform."

Der Beratungsstelle läge es fern, das "Gespenst der Braunen Gefahr" für Wolfenbüttel an die Wand zu malen. Die existiere derzeit definitiv nicht.

Dienstag, 05.10.2004
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/3314956/menuid/2164
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