100 000 bejubeln die Gigantin
Im holländischen Maastricht beim Gigantentreffen für Wolfenbüttel geworben
WOLFENBÜTTEL/MAASTRICHT. Das Aufstellen der Giganten aus ganz Europa beginnt im holländischen Maastricht um 11 Uhr auf der Avenue de Ceramique. Ganz in der Nähe des Regierungsgebäudes, in den die europäischen Staatschefs die Maastrichter Verträge unterschrieben haben. An diesem siebten internationalen "Reuzenfeest" in der 100 000-Einwohner-Stadt, die europäische Geschichte geschrieben hat, nimmt auch die einzige deutsche Gigantin, Prinzessin Elisabeth Christine aus Wolfenbüttel, teil.
Schon beim Aufbau der 3,80 Meter hohen und 50 Kilogramm schweren Gigantin sorgt das Gigantenteam aus Wolfenbüttel immer wieder für Aufsehen. Während die anderen Giganten aus Frankreich, Spanien, Holland und Belgien eher durch grobe Körper- und Gesichtsformen geprägt sind, zeichnet sich die deutsche Gigantin durch eine fast lebensnahe Gestalt aus.
Die Zeit bis zum Start des Festumzuges mit den 100 Giganten nutzen die Gruppen, um zu plaudern und Einladungen zu weiteren Gigantentreffen auszusprechen. Elisabeth Christine erhält unter anderem Einladungen aus Barcelona, ihrer Geburts- und Taufstadt im Jahre 1991, und aus dem holländischen Ort Steenverde. An einigen Stellen tanzen Giganten auch bereits zu den Klängen ihrer Begleitmusiker.
Der Start des Umzuges verzögert sich um eine Stunde. Dennoch sind alle Teilnehmer guter Stimmung. Ein letztes kühlendes Getränk, ein kleines Schwätzchen mit den Teilnehmern der Gruppe aus Mallorca, die erstmals mit ihren beiden Rittern Cabrit und Bassa bei einem derartigen Treffen zugegen sind, oder ein letzter Besuch auf der Toilette. Dann geht es endlich los. Anfangs eher stockend, was für die Träger der 50 Kilogramm schweren Figur nicht ganz einfach ist. Mehr als 250 Meter hält sowieso kein Träger durch. Der Wind erschwert zudem das Geschäft.
Der herzliche Beifall der mehr als 100 000 Zuschauer, die die drei Kilometer lange Strecke durch die Maastrichter Innenstadt säumen, entschädigt die Träger für ihre harte Arbeit, die sie unter der Prinzessin zu leisten haben.
Auch das holländische Fernsehen überträgt das Spektakel aus Maastricht. Um 17.30 Uhr wird der Marktplatz erreicht. Ein letzter Tanz vor der Tribüne, ein letztes Foto vor der Kirche und mit Fans. Dann hat die Gigantin und ihr Team Pause.
Im Anhänger kehrt sie am Montag nach Wolfenbüttel zurück, wo sie ab sofort wieder im alten Haupteingang der Landkreisverwaltung an der Bahnhofstraße jeden Tag zu sehen ist. Bis sie demnächst wieder auf Reisen geht.













