Mit Hammer und Meißel unterwegs
Tag des Geotops – Treffpunkt war der Evessener Steinbruch am "Markmorgen" – Seelilien in Muschelkalk
EVESSEN. Spannende Erdgeschichte erlebten am Sonntag im Evessener Steinbruch am "Markmorgen" am Elmrand zahlreiche Hobby-Geologen. Auf dem Programm stand zum vierten Mal der Tag des Geotops, initiiert vom Geopark Harz, Braunschweiger Land und Ostfalen. Das Thema: "Seelilien im Muschelkalk".
In ausgewählten Geotopen der Region standen Fachleute für die Beantwortung von Fragen und Führungen zur Verfügung. In Evessen gab Geologe Henning Zellmer vom Geopark-Informationszentrum Auskunft und erklärte die Geschichte anhand von Gesteinsproben. "Schon in der Jungsteinzeit haben unsere Vorfahren die Stielglieder von Seelilien, auch Trochiten genannt, gesammelt und zu Schmuck verarbeitet", erklärte der Experte.
Im Mittelalter seien die Trochiten als Sonnenradsteine, Bonifatiuspfennige und Hexengeld bekannt gewesen. Außerdem seien sie als Heilmittel gegen zahlreiche Krankheiten eingesetzt worden, so Zellmer.
Den Ausführungen Zellmers zufolge zählten die Seelilien wie Seesterne und Seeigel zu den Stachelhäutern. Heute existierten nur noch wenige in der Tiefsee. Beim Trochitenkalk in Evessen handele es sich um dicke graue Kalksteine, die fast vollständig aus zerkleinerten Schalenbruchstücken und Seelilienteilen bestünden. "Es ist ein typischer biogener Kalkstein, der vor rund 230 Millionen Jahren in einem flachen tropischen Randmeer entstanden ist", so der Geologe.
"Ich habe rund 5 Tonnen Kalkstein selbst verbaut", sagte Zuhörer Adolf Thürmann aus Destedt. Der typische Stein aus dem Elm wirke beim Hausbau "sehr urig" und sei robust. Begeistert von den Funden in Evessen zeigten sich die aus Hannover kommenden Jungen Max (12) und Felix (13). Mit Hammer und Meißel ausgerüstet, waren sie mit großem Eifer bei der Sache. "Es ist toll, Altes zu finden und auszugraben. Die Fossilien sind klasse", sagten beide einhellig. In dem Steinbruch sei erst kürzlich eine große Kuhle ausgehoben worden, meinte dazu Henning Zellmer.
Bereits zu der ersten Führung in dem Steinbruch waren rund 30 Hobby-Geologen gekommen, die dem Gestein auf die Spur gingen. Gegen Mittag schloss sich eine weitere Führung an.













