Die Kreisbücherei bleibt, wo sie ist
Kreistag spricht sich aus Kostengründen gegen Umzug in den Kulturbahnhof aus Öffnungszeiten entfallen
WOLFENBÜTTEL. Organisatorisch sollen die Kreis- und die Stadtbücherei zukünftig stärker zusammenarbeiten räumlich aber bleiben sie getrennt. Diesen Beschluss hat der Wolfenbütteler Kreistag mit einer Mehrheit quer durch die Fraktionen gefasst.
Bis zuletzt hatte Bündnis 90/Die Grünen dafür gekämpft, beide Bibliotheken im neuen Kulturbahnhof zu vereinen. Wie berichtet, wird die Stadtbücherei dort voraussichtlich im Frühsommer 2006 einziehen. Gleich vier Anträge legten die Grünen vor allerdings ohne Erfolg.
Mit 29 Ja-Stimmen gegen 16 Nein-Stimmen bei einigen Enthaltungen wurde schließlich eine Vorlage der Kreisverwaltung angenommen. Diese sieht dreierlei vor:
Die Kreisbücherei wird künftig als reine Fahrbücherei betrieben. Das bedeutet: Die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung gewährleistet allein der Bücherbus, der Medien in die Städte und Dörfer bringt. Landrat Burkhard Drake sieht darin die Kernaufgabe der Kreisbücherei. Folge: Bislang konnten Bücherfreunde zusätzlich an neun Stunden in der Woche Literatur am Bücherei-Standort Harzstraße ausleihen. Ab dem 1. Januar 2006 wird dies nicht mehr möglich sein.
Die Kreisbücherei und die Kreisbildstelle verbleiben an der Harzstraße, "da ein Umzug in den Kulturbahnhof aus wirtschaftlichen Gründen nicht zu vertreten ist", wie es in der beschlossenen Vorlage heißt. Dabei geht es um die von der Kultur und Immobilien GmbH angebotenen Mietkonditionen und die "nicht unerheblichen Aufwände für die Anpassung von Inventar und Ausstattung an die neuen Räumlichkeiten und für den Umzug". Zudem müssten die Räume an der Harzstraße im Fall einer Vermietung für Nachmieter renoviert werden.
Auch ohne gemeinsamen Standort sollen die Kreis- und die Stadtbücherei stärker zusammenarbeiten. Ein Grundstein wurde bereits gelegt: mit der Anschaffung einer gemeinsamen Bibliotheks-Software und gemeinsamer Leseausweise.
Wie die Debatte im Kreistag verlief, lesen Sie auf seite 43











