Stürme des Schicksals beschworen
Pianist aus China sorgt für Beifallsstürme im Lessingtheater Stücke von Beethoven bis Wagner
WOLFENBÜTTEL. Stehende Ovationen bekam der aus China stammende Pianist Haiou Zhang nach seiner zweiten und letzten Zugabe im Lessingtheater.
Von den Rängen klatschten, jubelten und pfiffen Schüler der Wolfenbütteler Gymnasien dem jungen Künstler zu, der ihnen schon im vergangenen Jahr ein Sonder-Konzert in der Aula des Theodor-Heuss-Gymnasiums beschert hatte.
Unter den begeisterten Zuhörern im Lessingtheater war auch Professor Bernd Goetzke von der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Bei ihm studiert der Pianist seit vier Jahren. Die Kulturinitiative TonArt veranstaltete den Klavierabend mit einem klassischen Programm, bei dem der 22-jährige Chinese sein großes Talent zur Wirkung bringen konnte.
Bereits die Interpretation von Johann Sebastian Bachs chromatischer Fantasie und Fuge d-moll bestach durch eine Harmonisierung zweier unterschiedlicher Ausdrucksstile. Die wechselnden Stimmungen der Sonate op. 27 Nr. 2 von Ludwig van Beethoven kündigten sich jeweils im Mienenspiel des Künstlers an. Im ersten Satz der "Mondscheinsonate" flossen sie in die Hände als zarte, federleichte Empfindungen, um Schmerz und Leid im zweiten Satz auszudrücken. Stürme des Schicksals beschwor er beim abschließenden Presto agitato gleichsam im Parforceritt über die Tastatur. Sehr einfühlsam geriet die dramatische Steigerung in "Isoldes Liebestod" von Richard Wagner.
Die Bearbeitung von Franz Liszt erlaubte dem Solisten, Emotionen mit Nachdruck zum Tragen zu bringen. Dem österreichischen Komponisten und Klaviervirtuosen war der zweite Teil des Konzerts gewidmet. Das Schwärmerische in "Les jeux d�'eau a la villa d�'este", der Ausdruck wilden Schmerzes in den "Funerailles" und die versöhnlichen Tröstungen (Consolation Nr. 3) meisterte Haiou Zhang in einer überzeugenden Vorstellung. Abgerundet wurde sie mit der 13. ungarischen Rhapsodie. emka













