Hufeisen und Scherben gefunden
Auf der Kaiserpfalz Werla beginnen die Untersuchungen der Vorburgen Grubenhäuser vermutet
SCHLADEN. Die Vorburgen der Kaiserpfalz Werla sind in das Blickfeld des Grabungsteams um den Archäologen Markus Blaich gerückt. Die Mitarbeiter suchen den Bereich der Vorburgen systematisch ab.
Seit Mitte Oktober sind die Grabungen auf der Kaiserpfalz Werla beendet. Freigelegt wurden inzwischen die Reste des Westtores, das so genannte Wachhaus, der Bau mit dem rosafarbenen Estrich und die Kapelle.
Südlich der Kapelle ist eine weitere Grabung begonnen worden. Dort befinden sich ein Keller und eine Zisterne. Beide stammen aus dem 14. und 15. Jahrhundert. "Unsere Frage ist, wie wir den Keller und die Zisterne, die schon einmal ergraben waren, den Besuchern darstellen können", sagt Blaich. Wegen des Regenwetters sei diese Grabung aber wieder abgebrochen worden.
Im Sommer untersuchte Winfried Rösler von der Universität Mainz die Vorburgen der Kaiserpfalz Werla geomagnetisch. Die Messbilder liegen dem Archäologen inzwischen vor. "Der Befestigungsgraben der Vorburgen ist ebenso gut zu sehen wie ein alter Weg von der Vorburg zur Hauptburg. Viele Strukturen auf den Messbildern deuten auf Grubenhäuser, Werkstätten und Werkplätze."
In der Geophysik sei nur zu sehen, dass da etwas ist, nicht aber was da sei. "Was archäologisch dahintersteckt, muss entweder ergraben oder durch eine Begehung abgesammelt werden", so Blaich. Das Grabungsteam unternimmt gerade diese Begehungen.
Gefunden wurden bislang unter anderem zwei wahrscheinlich mittelalterliche Hufeisen. "Ich kann sie noch nicht genau datieren, weil sie erst noch gesäubert werden müssen", verdeutlicht Blaich. Außerdem seien einige Scherben gefunden worden, die in die Zeit vom Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit datiert werden können.
Außerdem seien Reste von Wandverputz und Mörtel entdeckt worden. Mit Hilfe des Auflesens der Funde seien Bereiche mit hohen beziehungsweise Bereiche mit geringen Konzentrationen von Fundstücken nachgewiesen worden. "Wir können also die Fundorte mit den Messbildern vergleichen. Somit werden die Messbilder entweder bestätigt oder ergänzt", meint Blaich.
Diese Tätigkeit geht weit über die Grabung hinaus, so der Archäologe. Trotz der Kälte sei das Grabungsteam weiter hoch motiviert.











