"Wir wollen weiterleben"
700 Demonstranten bei der Asse-II-Kundgebung vor der Schachtanlage
REMLINGEN. Die Demonstranten kamen mit dem Bus, Rad, Auto oder zu Fuß: 700, so die Schätzung der Polizei, versammelten sich am Samstag vor dem Asse-Schacht, um auf Einladung des Asse-II-Koordinationskreises gegen die Flutungspläne des Asse-Betreibers Helmholtz-Zentrum München zu demonstrieren.
Einige Demonstranten hatten auch Transparente mitgebracht: "Gorleben und Konrad so sicher wie die einstürzenden und absaufenden Endlager Asse und Morsleben", war da zu lesen. Auf dem Parkplatz vor der Schachtanlage war eine kleine Budenstadt aufgebaut worden. Vor allem die gebackenen und die hölzernen gelben "A" als Zeichen dafür, dass Bürger aufpassen, was in dem Atommüllager geschieht, wurden sehr gut verkauft.
Zwischendurch sorgte die Gruppe Samba-Attac, die auch den 300 Meter langen Demonstrationszug von Remlingen zur Schachtanlage begleitet hatte, für schmissige Rhythmen.
Im Mittelpunkt der zweieinhalbstündigen Veranstaltung standen natürlich die Reden. Den Auftakt machte Peter Dickel vom Koordinationskreis. Er beklagte unter Beifall: "All die Jahre haben uns Wissenschaftler und Politiker wie dumme Kinder behandelt, denen man erklären muss, wie die Wirklichkeit funktioniert. Und heute zeigt sich: Sie selber haben die ganze Zeit nichts begriffen und alles waren nur Behauptung und Wünsche." Dickel meinte: "Es geht darum, die Risiken und Gefahren realistisch zu beschreiben und dann zu einer von den Bevölkerung breit getragenen Lösung zu kommen."
"Wir wollen weiterleben in dieser Region. Wir wollen nicht, dass Deutschland auf uns herunterblickt und denkt: Oh die Armen, die leben ja im Atomklo", rief Irmela Wrede, Klägerin auf Atomrecht im Asse-Verfahren, den Demonstranten zu. Sie forderte zudem: "Lasst uns alles tun, damit die Atomkraft überflüssig wird."
"Wir wollen die sicherste Lösung für die Menschen und die Natur in unserem Landkreis", erklärte Landrat Jörg Röhmann, ehe Udo Dettmann vom Koordinationskreis darauf hinwies, dass es zum Beispiel in Kanada moderne Maschinen gibt, die Atommüll ohne die Berührung von Menschen aus Bergen herausholen können.
Spontan reihte sich auch Landesbischof Friedrich Weber in den Rednerreigen ein: "Wir haben als Demokraten ein Recht darauf zu erfahren, was hier genau passiert." Er wies zudem auf die Ängste vieler Menschen in der Region hin. Er dankte allen, die sich für eine sichere Lösung engagiert einsetzen.













