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09. Februar 2012
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Landkreis gründet Schulkostenfonds

Kommune unterstützt bedürftige Kinder und Jugendliche mit 125 000 Euro – Weitere Sponsoren gesucht

Von Kai-Uwe Ruf und Stephan Hespos

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WOLFENBÜTTEL. Der Landkreis will die Notlage bedürftiger Schüler mildern. Hierzu gründet er einen Fonds, aus dem kreisweit Zuschüsse für Lernmittel, Fahrten sowie die Mittagsverpflegung an Ganztagsschulen gewährt werden.

Der Kreistag stimmt geschlossen dafür, das Vorhaben mit einmalig 125 000 Euro anzuschieben. Kinder und Jugendliche sollen bereits zum neuen Schuljahr von der Förderung profitieren. Geplant ist, das Geld über die Schulleitungen zu verteilen. Als Bedarfskriterien gelten beispielsweise Hartz IV-Leistungen, Sozialhilfe und die Grundsicherung.

Landrat Jörg Röhmann (SPD) macht deutlich, dass die Kommune helfe, obwohl es gesetzlich nicht ihre Aufgabe sei. Er sagt: "Die Bundesregierung entzieht sich da ihrer Verantwortung." Befürchtung des Kreises sei aber, dass sich potenzielle Bildungsdefizite mittel- und langfristig negativ auf die wirtschaftliche Situation und die Konkurrenzfähigkeit der Kommune auswirkten.

Der Landrat wirbt nun bei den kreisangehörigen Einheits- und Samtgemeinden sowie bei Unternehmen um finanzielle Unterstützung. Wie berichtet, will die Stadt Wolfenbüttel 54 000 Euro zur Verfügung stellen, weitere 50 000 Euro kommen von der Curt-Mast-Jägermeister-Stiftung. Ein konkretes Zuschusskonzept will der Landkreis zeitnah gemeinsam mit den Schulen, der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände und weiteren Geldgebern erstellen.

Für die CDU erklärt Frank Oesterhelweg: "Bildung ist ein Grundnahrungsmittel." Sie sichere die berufliche Zukunft und die eigene Lebensgrundlage. Die Union reklamiert für sich, Ideengeber des Fonds gewesen zu sein. In der Stadt Wolfenbüttel hatte Die Linke einen ähnlichen Vorschlag unterbreitet (wir berichteten). Peter Oberländer (SPD) meint: "Es gibt viele geistige Väter und Mütter."

Oesterhelweg macht sich für eine unbürokratische Hilfe stark – "ohne lange Antragsverfahren". Er sagt: "Die Hilfe muss bei den Kindern und Jugendlichen ankommen." Man müsse deshalb einen Schutz vor Missbrauch einziehen.

Ähnlich denkt auch Oberländer. "Wir müssen schnell handeln", sagt er, "und eine Solidarität für Kinder herstellen". Der Sozialdemokrat wünscht sich, dass viele Kommunen den Fonds ebenfalls unterstützen.

Björn Försterling (FDP) und der Kreistagsvorsitzende Rainer Hasselmann (CDU) warnen bei aller Euphorie vor einem Schnellschuss: "Vor uns liegt noch viel Arbeit."

Wolfenbüttels Bürgermeister Thomas Pink (CDU) wünscht sich unterdessen viel private Unterstützung für den neuen Fonds. "Es soll ein Bürgerfonds werden, der von allen getragen wird", sagt er. "Wir werden Firmen anschreiben und private Mittel einwerben." Der Fonds soll bedürftigen Schülern mit Sachmitteln helfen. Sie sollen beispielsweise Hefte und Stifte bekommen.

Über das Sozialgeld stehen Kindern bis 15 Jahren täglich 2,45 Euro für die Verpflegung zu, bei älteren sind es laut Kreisverwaltung 3,78 Euro pro Tag.

Mittwoch, 09.07.2008
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/8752590/menuid/2164
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