Weltmeister im Hubschrauberflug
Der Schöppenstedter Klaus Wiehe gewinnt Titel in Eisenach Ein schwerer Unfall brachte ihn zur Fliegerei
SCHÖPPENSTEDT. Klaus Wiehe ist jemand, der hoch hinaus will. Beruflich klettert der 44-Jährige den Menschen in Salzgitter aufs Dach er ist Bezirks-Schornsteinfegermeister. In seiner Freizeit fliegt der Schöppenstedter gerne Hubschrauber und das äußerst präzise.
Im thüringischen Eisenach gewann Wiehe nun den Weltmeistertitel in der Juniorenklasse. Hierzu zählen all jene Piloten, die maximal 250 Flugstunden absolviert haben. "Beim Fliegen kann ich von allem abschalten", sagt er über sein Hobby. Bereits im vergangenen Jahr hatte er, ebenfalls mit Kopilot Frank Rudolf an Bord, einen Titel abgeräumt: die deutsche Meisterschaft.
Der Traum vom Fliegen begann für Klaus Wiehe gar nicht als solcher. "Ich bin durch einen Motorrad-Unfall auf Hubschrauber aufmerksam geworden", erzählt er. 1987 wollte Wiehe auf der Strecke zwischen Berklingen und Semmenstedt einem Kaninchen ausweichen und krachte in die Leitplanke. Christoph 30 flog ihn ins Krankenhaus. Wiehe war zwei Jahre krank, kam aber durch. Er sagt: "Der Heli hat mich gerettet."
Heute hat der Mann einen eigenen Helikopter zusammen mit einer Hand voll Freunden. In Salzgitter-Flachstöckheim, wohin es ihn beruflich bedingt verschlagen hat, darf er unweit seiner Wohnung starten und landen. "Fliegen wird nie langweilig", meint Klaus Wiehe. Man gleite über die Landschaft dahin, mit immer anderem Wetter, immer anderen Lichteinfällen. "Das ist aufregender als Autofahren!"
Bei der WM in Eisenach war es für das zweiköpfige Team auch aufregend. Wiehe musste per Karte über offenes Gelände fliegen, bestimmte Punkte unter Zeitdruck erreichen. Außer dem Navigationsflug ging es um präzises Schweben, beim so genannten "Postman" mussten ferner im Flug Gegenstände zielgenau in auf dem Boden befindliche Tonnen abgeworfen werden. Beim Slalom, Wiehes Königsdisziplin, transportierten Rudolf und er einen an einem meterlangen Seil baumelnden Wassereimer. "Der Eimer muss in dreieinhalb Minuten zwölf aufgestellte Tore passieren, es durfte dabei nichts verschüttet werden."
In Eisenach waren 44 Teilnehmer am Start, 10 davon in der Juniorenklasse. In der Gesamtwertung kamen Wiehe/Rudolf auf Platz 33. Der Pilot: "Da sind russische Militärs am Start, die nichts anderes machen als fliegen."
Seinen Schein zum Hubschrauber-Führer hat Klaus Wiehe 2001 in Peine gemacht. Er hat die Firma Helistar mitgegründet, die beispielsweise Helikopter für Rundflüge vermietet. Wiehe: "Am Samstag und Sonntag ist Großflugtag bei der Luftsportgemeinschaft Schäferstuhl in Salzgitter-Bad. Da werden wir sein."
Wiehes Ziel: weiter üben, üben, üben. "Wir haben bei der WM noch zu viele Fehler gemacht", sagt er selbstkritisch. Den WM-Titel möchten Frank Rudolf und er verteidigen in drei Jahren, dann in Moskau.













