Votum für Gesamtschule
Landkreis fragte Eltern, welche Schule sie für ihre Kinder wünschen
WOLFENBÜTTEL. Die Umfrage zum Schulbedarf im Landkreis ist ausgewertet. Das augenfälligste Ergebnis: Für die Gesamtschule sprechen sich mehr Eltern aus als für das dreigliedrige Schulsystem mit Haupt- und Realschule sowie Gymnasium.
Den schulischen Bedarf für die nächsten fünf Jahre wollte der Kreistag feststellen, deshalb fragte er bei den Erziehungsberechtigten nach ihren Wünschen: dreigliedriges Schulsystem, Gesamtschule oder alternative Schulen standen zur Wahl.
Das Resultat: Die Eltern von 1234 Schülern aus den ersten drei Grundschulklassen und aus Schulkindergärten stimmten für die Gesamtschule, 984 für Haupt- und Realschule sowie Gymnasium (siehe Grafik). Auch bei den Antworten der Eltern von Kindern aus Kindertagesstätten überwiegt das Interesse an einer Gesamtschule.
Nicht alle Eltern reagierten auf die Umfrage. Im Schulbereich kamen aber rund 60 Prozent der Fragebögen zum Landkreis zurück, im Kindertagesstättenbereich waren es etwa 42 Prozent.
Als Erfolg feiern das Ergebnis SPD und Grüne. Beide Parteien wollen eine Gesamtschule im Kreis. "Der Rücklauf von 60 Prozent ist sehr erfreulich," sagt Marcus Bosse, Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion: "Der Wunsch nach einer Gesamtschule ist da. Wir müssen angemessen reagieren." Zugunsten einer Gesamtschule solle allerdings kein Gymnasium abgeschafft werden.
Elisabeth Gerndt, schulpolitische Sprecherin der Kreistagsfraktion, der Grünen schreibt: Das Ergebnis rechtfertige die Gründung von mehr als nur einer Gesamtschule im Landkreis.
Björn Försterling von der FDP nahm das Ergebnis distanzierter auf. "Der Rücklauf ist nicht so hoch. Die Befürworter sind jetzt in der Pflicht zu sagen, an welchem Ort eine Gesamtschule entstehen soll, ob es eine integrierte oder eine kooperative sein soll und welcher Schulstandort dafür aufgegeben werden soll." Bei zurückgehenden Schülerzahlen könne keine zusätzliche Schule gebaut werden.
Genau wie die FDP lehnt die CDU eine Gesamtschule ab und stand auch der Umfrage kritisch gegenüber. Eine Stellungnahme war bis Redaktionsschluss nicht zu erhalten.
Der Kreiselternrat begrüßt das Ergebnis. Der Vorsitzende, Michael Kyas schreibt: "Wir erwarten, dass sich Politik und Verwaltung nun möglichst schnell einig werden, was den Standort einer neuen Gesamtschule und die praktische Umsetzung betrifft.













