Rittergut bekommt neues Satteldach
Der Neubau auf dem Konventsgebäude in Dorstadt kostet 160 000 Euro Ende Oktober soll er fertig sein
DORSTADT. Den letzten Damm vor dem Regenwasser bildeten Eimer und Bottiche. Die Gefäße verhinderten Schäden im Unterbau des Konventsgebäudes des Rittergutes Dorstadt. Nun wird das löchrige Notdach von 1956 ersetzt durch ein Satteldach.
Seit vier Wochen tragen Handwerker, verborgen unter einer Abdeckplane, das Behelfsdach aus Asbest-platten, Schiefer und Holz ab. Es trohnte in Mansardform über ein halbes Jahrhundert auf dem Konventsgebäude, nachdem Brände 1919 und 1947 die ursprüngliche Dachkonstruktion vernichtet hatten.
Ende Oktober soll das historische Gebäude wieder so aussehen wie vor der Feuersbrunst: bedeckt mit einem Satteldach. Dafür errichten die Handwerker eine Balkenkonstruktion, ehe sie die Dachfläche von 700 Quadratmetern mit Ziegeln bedecken. Außerdem mauern die Arbeiter den linken Giebel hoch. Das linke Giebeldreieck soll schließlich wieder die gleiche Höhe erhalten wie das rechte des Westflügels.
Die Kosten veranschlagt der Eigentümer Konstantin von Löbbecke auf 160 000 Euro. Das Geld für die Sanierung wird aufgebracht von der Behörde für Geoinformation, Landentwicklung (GLL) und Liegenschaften, dem Landesamt für Denkmalfpflege, der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz und von Löbbecke selbst.
"Wir sehen die Förderung auch als Würdigung der Eigeninitiative des Eigentümers. Die denkmalgeschützte Wiederherstellung beansprucht über Gebühr", sagte Raphaela Harms von der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz bei einer Besichtigung der Baustelle am gestrigen Nachmittag.
"Die Familie Löbbecke hat sich dem Klostergutskomplex mannhaft gewidmet. Es war auch das nötige Eigenkapital da. Wir können sorgenfrei in die Zukunft blicken. Die alte Giebelkultur und das Satteldach wiederherzustellen das ist eine Jahrhundertmaßnahme", sagte Günter Jung vom Landesamt für Denkmalpflege.
Dass die Denkmalpfleger die Rekonstruktion des verlorengegangenen Erscheinungsbildes unterstützen, begründete Jung so: "Rettung geht vor Kosmetik. Vor diesem Hintergrund ist die Förderung entstanden." Das Notdach habe seinen Geist aufgegeben.
Der Neubau liegt in den Händen der Arbeitsgemeinschaft historische Bauten Salzgitter-Hamburg (Arge). Ausgehend von einer historischen Aufnahme und ursprünglicher Bausubstanz des rechten Giebeldreiecks, rekonstruierten die Fachleute das Satteldach, erklärte Arge-Ingenieur Bernhard Brüggemann.











