Mit Lichtern gegen die Atomkraft
Irmela Wrede plant Lichterkette für Abschnitt Mönchevahlberg – "Asse II darf nicht in Vergessenheit geraten"
MÖNCHEVAHLBERG. Die Atomkraftgegner machen mobil. Am 26. Februar wird mit einer Lichterkette von Braunschweig durch Stadt und Landkreis Wolfenbüttel bis nach Salzgitter Bleckenstedt gegen das Atommülllager Asse II und Schacht Konrad demonstriert.
Die Gesamtstrecke: 52 Kilometer. "Wenn alle 50 Meter jemand steht, ist unsere Aktion ein Erfolg. Die Hauptsache ist, dass man eine lückenlose Lichterkette aus der Luft erkennt", sagt Mitorganisatorin Irmela Wrede aus Mönchevahlberg.
Parkplätze organisieren für die Auswärtigen
Die Tischlereibesitzerin organisiert die Veranstaltung im Bereich ihres Heimatdorfes Mönchevahlberg. Dieser Streckenabschnitt reicht von der Zuckerfabrik (Bahnhof Dettum) bis durch Mönchevahlberg hindurch. Das sind rund 1,5 Kilometer. Wer soll wo stehen? Wo parken die Autos der auswärtigen Protestler? Dies sind nur einige der Fragen, die die 43-Jährige neben ihrer Tätigkeit als selbstständige Tischlermeisterin und Restauratorin derzeit täglich beschäftigen.
"Familien mit Kindern und Tieren sollen natürlich nicht mitten auf der Landstraße stehen, wo Autos dicht vorbeifahren. Für sie wäre ein Platz an einem Feldweg natürlich sicherer", erklärt die alleinerziehende Mutter zweier Söhne. Die Mönchevahlbergerin hat eine einfache Rechnung aufgemacht. "Für unsere 1500 Meter brauchen wir rund 100 Personen." Um weitere Helfer und genug Teilnehmer zu gewinnen, ging die frühere Pfadfinderin unterschiedliche, zum Teil nicht alltägliche Wege.
"Pastor Lincoln räumte mir am am Ende des Gottesdienstes in der Kirche Dettum Redezeit ein", berichtet Wrede. Spontan hätten einige Kirchgänger ihre Hilfe angeboten. Wrede hängte außerdem Plakate auf.
Im Internet will die Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad noch einen Streckenplan veröffentlichen, auf dem diejenigen Stellen zu erkennen sind, an denen noch Personen fehlen.
Die Organisatoren wollen mit Hilfe eines Hubschraubers oder eines Heißluftballons sowie eines selbstgebauten Lenkdrachens mit einer Kamera die Lichterkette aus der Luft dokumentieren.
Atomkraftgegnerin Wrede hofft auf die Solidarität der Städter. "Es wäre toll, wenn sich auch Familien aus Braunschweig oder Wolfenbüttel auf den Weg nach Mönchevahlberg oder anderswohin machen würden." Fackeln, Sturmlampen, Kerzen, Taschenlampen und Lampions sollen als Lichtquellen dienen.
Auf die Misere aufmerksam machen
Das gelbe, mittlerweile an vielen Gartenzäunen hängende "A" des Vereins Aufpassen sei nur ein Anfang. "Längere Zeit liefen nur kleinere Aktionen wie Vorträge und Ausstellungen. Aber nun wollen wir wieder großflächig auf unsere Misere aufmerksam machen und zeigen, dass hier weiterhin Widerstand gegen die Atommülleinlagerung ist." Die Sorgen dürften nicht in Vergessenheit geraten.
Punkt 19 Uhr soll es auf dem gesamten Streckenabschnitt – auch im Landkreis Wolfenbüttel – hell leuchten.













