Der Mac, der aus Fallersleben kommt
Computerschmiede verkauft PC mit Apple-Betriebssystem Zusammenarbeit mit Wolfsburg AG geplant
FALLERSLEBEN. Zwei Männer und eine Frau aus Fallersleben legen sich mit Steve Jobs an. Sie vertreiben einen PC, auf dem sie das Apple-Betriebssystem installiert haben. Apple verbietet dies. Das Trio sieht sich im Recht und hat bislang damit Erfolg.
Der Stahlhülle vom PearC ist poliert, ansonsten ist der Computer schmucklos-funktionell so wie jeder PC und hat überhaupt nichts gemein mit den Designstücken aus der Apple-Fabrikation. Entscheidend ist das Innere des Fallersleben-Rechners: Darin arbeitet Mac OS X, das Apple-Betriebssystem. "Das ist um Längen besser als etwa Windows, es ist viel benutzerfreundlicher und nicht so anfällig für Viren", erklärt Markus Kelsch.
Der Mac-Computer ist so was wie der Porsche unter den Rechnern: als Zweisitzer auf der Autobahn unschlagbar, aber durch den begrenzten Stauraum als Familienkutsche ungeeignet. Ähnlich verhält es sich bei den Macs: Sie sind auf professionelle Anwender wie Grafiker oder Architekten zugeschnitten. Wer nun aber etwa eine zusätzlichen Grafikkarte einbauen möchte beim PC eine unkomplizierte Angelegenheit , steht bei den Macs auf Grund der Rechnerarchitektur vor Problemen. Kelsch, Dirk Blößl sowie Ines Leupold kamen auf die Idee, die Vorzüge von Mac OS X und PC-Hardware zu vereinen. "Wir haben ausdrücklich keinen Mac-Klon gebaut. Der PearC ist kein Designstück, sondern ein PC, der stabil mit OS X läuft und erweiterbar ist", sagt Blößl.
Laut Apple-Geschäftsbedingungen darf OS X nur auf Mac-Computern laufen. "Diese Bestimmung ist nach deutschem Recht unwirksam", entgegnet Blößl. Aus dem Apple-Hauptquartier habe es noch keine Reaktion gegeben, so Blößl. Er mag nicht ausschließen, dass der Konzern klagt. Zudem gebe es herbe Kritik aus der Apple-Fanszene, man würde ihnen sogar nachstellen, weshalb es das Trio laut eigener Aussage noch vermeide, auf Fotos abgelichtet zu werden.
Der "PearC" werde hingegen gut angenommen. Knapp 1000 Rechner seien europaweit verkauft worden. Weil die Büroräume in Fallersleben aus allen Nähten platzen würden, steht ein Umzug an. Hierzu gab es Gespräche mit der Wolfsburg AG, verrät Blößl. "Unser Ziel ist es, 2010 Notebooks mit Mac OS X auf den Markt zu bringen".











