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12. Februar 2012
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Große Aufregung wegen 105 Euro

Ex-Kassierer wirft IG Metall-Chef Frank Patta Geldverschwendung vor – Es geht um einen Barbesuch und Stühle

Von Thomas Kruse

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Der ehemalige IG Metall-Kassierer Michael Semenow wirft Wolfsburgs 1. Bevollmächtigtem Frank Patta "Geldverschwendung" vor. Das berichtet das Polit-Magazin "Der Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe. Die interne Revision der IG Metall hat Patta in allen Fällen entlastet.

Das Corpus Delicti heißt "Modell Vitra", hat einen schwarzen Lederbezug, einen verchromten Rahmen und kostete 2 556,64 Euro. Wolfsburgs IG Metall-Chef sitzt nicht so oft auf dem Bürostuhl. Der Gewerkschafter war und ist häufig unterwegs. Auch das bringt ihm jetzt Ärger ein.

Denn Semenow hat dem Spiegel auch gesteckt, dass Patta im Mai 2006 – damals war er 2. Bevollmächtigter der Verwaltungsstelle – im mexikanischen Puebla eine Table-Dance-Bar besuchte. Seine Auslagen in Höhe von gut 105 Euro reichte er als erstattungsfähige Spesen ein.

Semenow weigerte sich damals als Kassierer, die Erstattung zu unterzeichnen. Stattdessen unterschrieb Pattas Vorgänger Wolfgang Schultz. Die interne Revision der IG Metall in Frankfurt hat die Vorwürfe überprüft und als "nicht zu beanstanden" testiert. Deren Leiter Erich Bach räumt allerdings ein, dass "die Kosten der Bürostühle sicherlich im oberen Bereich des Vertretbaren liegen". Die Ausstattung der Büros von Patta und seines ehemaligen Stellvertreters Thilo Reusch kostete knapp 25 000 Euro. Der Vorstand des Ortsvereins hatte die Entscheidungen abgesegnet.

In der heute erscheinenden Print-Ausgabe des Spiegel werden noch weitere Beispiele für die angebliche Verschwendung bei der Verwaltungsstelle präsentiert. Unter anderem geht es dabei um ein Essen zwischen Patta und dem damaligen stellvertretenden VW-Betriebsrats-Chef Bernd Osterloh aus dem Jahr 2005. Kosten: 165,50 Euro. Frank Patta sagte unserer Zeitung, dass seit seinem Amtsantritt Transparenz und Kostenbewusstsein eine zentrale Rolle spielten. Zu dem Bar-Besuch in Puebla teilte er mit, dass die Einladung von mexikanischen Kollegen gekommen sei. Man habe Bier getrunken, das er bezahlt habe und dann umgehend das Lokal verlassen.

Michael Semenow war zehn Jahre Kassierer der IG Metall in Wolfsburg. Als Patta Chef wurde, ließ er die Finanzen durchleuchten. "Es ging darum, eine korrekte und transparente Übergabe zu gewährleisten", betonte Patta. Die Prüfung habe zahlreiche Beanstandungen ergeben. Semenow wechselte zur Servicegesellschaft der IG Metall nach Frankfurt. Dort wurde er wegen "Fehlverhaltens" fristlos entlassen.

Montag, 22.06.2009
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/10520463/menuid/2165
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