Kontra den Nazi-Verherrlichern
Wolfsburger wehren sich gegen rechtsextremes Museum – Oberbürgermeister will Gründung unterbinden
Pläne zur Gründung eines KdF-Museumsvereins in Wolfsburg unter Schirmherrschaft der NPD (WN berichteten exklusiv) schlagen hohe Wellen. Bürger und Politiker sind sich einig: So was hat in der Stadt nichts verloren, dagegen müssen alle vorgehen.
Carl Hahn, der ehemalige VW-Vorstandsvorsitzende, bringt mit seiner Kritik wohl die Meinung vieler Menschen auf den Punkt: "Das ist ein typischer Fall von Missbrauch der Demokratie mit einer heuchlerischen Idee. Man will übertünchen, wohin uns Hitler geführt hat. Käfer und Autobahnen entschuldigen nicht zig Millionen Tote in Europa", erklärt er gegenüber unserer Zeitung.
Am 4. Juli soll in Wolfsburg der Museumsverein gegründet werden. NPD-Vizechef Jürgen Rieger bestätigte auf Anfrage, dass seine Partei der Initiator sei.
Oberbürgermeister Rolf Schnellecke erklärt in einer Pressemitteilung, die Stadt werde alle rechtsstaatlichen Mittel einsetzen, um die Gründung des Museums zu unterbinden. "Darauf können sich die Wolfsburger Bürger verlassen", verspricht Schnellecke.
Das Thema sorgt bundesweit für Schlagzeilen. Ist es das, was die NPD erreichen wollte? Rieger hat schon mehrere schlagzeilenträchtige Auseinandersetzungen mit Kommunen sich. In Delmenhorst beispielsweise wollte er 2006 ein Hotel erwerben und darin ein Schulungszentrum errichten. Die Stadt schritt ein und kaufte vorher das Haus.











