"Loserclub" gegen "Retortenverein"
Wirtschaftsstudenten befragen Wolfsburger und Braunschweiger über ihre Einstellungen zur Nachbarstadt
WOLFSBURG. Wie die Braunschweiger Wolfsburg sehen und die Wolfsburger Braunschweig, wollen Professor Joachim Hurth und seine Betriebswissenschafts-Studenten erforschen. Dazu werden sie in den kommenden Wochen Menschen in der Fußgängerzone und Fußballfans vor dem Stadion befragen.
Den Anstoß zu der kleinen Studie gab die Berichterstattung der Wolfsburger Nachrichten und der Braunschweiger Zeitung über die Meisterschaft des VfL Wolfsburg im vergangenen Sommer und die in Leserbriefen ausgetragene Auseinandersetzung zwischen Braunschweigern, denen die vielen Berichte über den VfL gegen den Strich gingen, sowie darauf reagierenden Wolfsburgern.
"Ich war erstaunt über diese Animositäten", sagt der Student Hauke Krentler. Zusammen mit Jonas Remus stellte er den WN die geplante Studie der Studenten vor.
Diese haben in ihrer Marktforschungsvorlesung einen Bogen mit acht Fragen entwickelt. Drei Beispiele: Wie sind die Einkaufsmöglichkeiten? Können Sie sich vorstellen in Braunschweig/Wolfsburg zu leben? Wie oft besuchen Sie Braunschweig/Wolfsburg?
Auch freundliche und weniger freundliche Einstellungen zum Fußballclub der jeweiligen Nachbarstadt sollen abgetastet werden: Ist er ein Retorten-, Loser-, Traditions- oder Erfolgsverein? Zum Test haben die Studenten die Fragebögen schon mal Bekannten vorgelegt. Gnadenlos urteilte eine 56-jährige Braunschweigerin. Sie vervollständigte die offene Frage "Wolfsburg finde ich " mit dem Wort "schrecklich".
Bis spätestens Ende November wollen die Studenten in vier Gruppen 400 Menschen befragen. Dann speisen sie die Daten in einem Kursus in ein für sie neues Statistik-Programm ein. Eine fünfte Studenten-Gruppe hat die Aufgabe, die Daten auszuwerten. Das Ergebnis der Erhebung lesen Sie dann in den Wolfsburger Nachrichten.













