BZV
newsclick
    Suchen
01. August 2010
2-Tage-Vorschau

Auktionator, Konsul, Vorstand

Richter sagt gegen Immobilienbetrüger aus – Experte: Doktortitel sind gekauft

Von Stephanie Knostmann

zoom
Großansicht Großansicht

WOLFSBURG.  Es war ein interessanter zweiter Verhandlungstag am Amtsgericht. Ein Richter aus Hildesheim und ein Experte der Kultusministerkonferenz in Bonn sagten gestern Vormittag als Zeugen im Verfahren gegen den umtriebigen Wolfsburger aus, der schon im vergangenen Jahr wegen Immobilienbetruges und anderer Taten zu vier Jahren Haft verurteilt wurde.

Die Zeugen sollten zur Klärung der Frage beitragen, ob der 40-Jährige in dubiosen Immobiliengeschäften zumindest seinen Doktortitel zu Recht trug. Der Richter des Landgerichts Hildesheim, der den Wolfsburger 2009 verurteilt hatte, erklärte: "Das Gericht hatte nie einen Zweifel, dass die Titel nicht echt waren." Er habe in seiner langen Laufbahn noch keine Persönlichkeit erlebt, auf die der Begriff "Hochstapler" besser gepasst hätte als auf den Wolfsburger. Dieser habe sich in den vergangenen Jahren immer wieder größer gemacht, als er sei: So habe er sich bei verschiedenen Gelegenheiten als Grundstücksauktionator, Mitglied der Deutsch-Italienischen Handelsgesellschaft, ehemaliger Mitarbeiter des Wolfsburger Rechtsamtes, Hochschullehrer, Vorstandsmitglied bei Volkswagen und Generalkonsul der Vereinten Nationen ausgegeben.

Dass die amerikanischen Doktortitel des Betrügers, verliehen von einer "Universal Life Church" sowie der "Grand Union University", null und nichtig sind, bestätigte der sachverständige Zeuge. Er erläuterte, dass diese "Titelmühlen" weder in den USA noch in Deutschland anerkannt seien. Jeder könne sich dort einen Doktortitel kaufen. Eine der ausstellenden Stellen sei als Briefkastenfirma mit Postadresse in London bekannt.

Der Angeklagte sagte in der gestrigen Verhandlung, die wieder vor großem Publikum stattfand, so gut wie gar nichts. Sein Verteidiger lehnte jedoch die Verlesung einiger Dokumente mit der Begründung ab, er habe keine Akteneinsicht erhalten. Der Staatsanwalt warf der Verteidigung daraufhin vor, das Verfahren nur verzögern zu wollen. Was folgte, war ein Wortgefecht, das die Richterin erst mit energischen Schlägen auf ihr Pult beenden konnte. Am kommenden Freitag geht die Verhandlung weiter.

Samstag, 30.01.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11635594/menuid/2165
epaper

Die elektronische Ausgabe Ihrer Zeitung - Jetzt ab 2,10 Euro im Monat abonnieren!

[ zum e-paper ]

Videos der Region

Maxi braucht einen Stammzellspender

zum Artikel ]

"Schöne Grüße sendet Dir..."

zum Artikel ]

Tausende Lichter der Hoffnung sollen von der Oker aus bundesweit strahlen

zum Artikel ]

Keine Mehrheit für Umweltspur

zum Artikel ]

Wenn das Handy klingelt, gibt es irgendwo in der Stadt etwas zu tun

zum Artikel ]

Kunde ohrfeigte Marktleiterin

zum Artikel ]

200 Gartenzwerge schmücken den Hof von Christa Schuster

zum Artikel ]

Wiedervereinigung zwischen Anspruch und Wirklichkeit

zum Artikel ]

Standortsicherung – Peiner Träger setzt mehr auf Rohstahlerzeugung

zum Artikel ]

"Trau dich, spontan zu sein"

zum Artikel ]

Bebauungsplan beschlossen,  erstes Grundstück schon verkauft

zum Artikel ]

5. Salzig-Bandcontest – In dieser Reihenfolge treten die Finalisten an

zum Artikel ]

Kinder stellen Kindern ihre Stadt vor

zum Artikel ]

Börßumer blicken zum Jubiläum in die Vergangenheit

zum Artikel ]