Eintauchen ins Eiswasser
André Lange ging zum 1000. Mal im Allersee in die Tiefe Sicht bis 15 Meter
NORDSTADT. Hinein in die kühlen Fluten! Kühl? Das ist untertrieben! Das Wasser unter der rund 20 Zentimeter dicken Eisschicht des Allersees hatte eine Temperatur zwischen einem und vier Grad.
Eine recht exotische Unternehmung ist es also, durch ein Loch ins gefrorene Gewässer einzusteigen. Für einen 1000. Tauchgang aber ein unvergessliches Ambiente. André Lange, seit drei Jahren Vorsitzender des Tauchclubs Wolfsburg, startete am Samstagnachmittag zu einem 20-minütigen Ausflug unter der Eisdecke.
Bei dem Jubiläumstauchgang wurde er begleitet von seinen Vereinskameraden Daniel Fork, Achim Pries und Michael Maier-Prieß. Sabine Prieß blieb über Wasser, sie hielt das Quartett an der 60 Meter langen Leine. Sicherheit beim Tauchgang war auch am Sonnabend oberstes Gebot.
Achim Pries hatte am Freitag sozusagen die Generalprobe absolviert und war bereits einmal abgetaucht. Daniel Fork und Michael Maier-Prieß hatten in den beiden Wochen zuvor auch schon den Aufenthalt unterm Eis getestet. Ihre Eindrücke: "Dort unten finden sich zurzeit Grünpflanzen und viele, viele Krebse, dazu einige Jungfische".
Trockentauchanzüge trug das Quartett, "da kommt kein Wasser an die Haut." Trotzdem: "Nach rund 20 Minuten kanns kühl werden." Was die Sicht im Allersee angeht, so ist sie im Winter besser als im Sommer. "Weil das Gewässer zur Ruhe gekommen ist", sagen die Taucher. Hat man in der warmen Jahreszeit eine Sichtweite von etwa 3 Metern, so sind es jetzt rund 15 Meter. Dass es unter dem Eis hell war, bedingt dadurch, dass Licht einfiel, dafür hatte Daniel Fork gesorgt. Für den 1000. Tauchgang des Vereinskameraden hatte er den Schnee auf einer längeren Spur beiseite geschoben.
André Lange hat im Alter von 22 Jahren den Tauchsport angefangen. Der Mann, der schon wärmere Gefilde unter Wasser erkundet hat, zum Beispiel die Karibik, empfindet den Gang unters Eis als außergewöhnlich. "Es kommt selten vor. Das letzte Mal bin ich vor fünf Jahren in einem gefrorenen Gewässer getaucht."
Mit seinen jetzt 1000 Tauchgängen ist Vorsitzender Lange aber längst nicht Rekordhalter im Club. Sein Stellvertreter Reinhard Brendel tauchte inzwischen über 2000-mal ab. Und der 75-jährige Günter Röser kann ebenfalls die stattliche Zahl von 2000 Aufenthalten unter Wasser aufweisen.
Was den Jubilar Lange angeht, macht Michael Maier-Prieß noch eine andere Rechnung auf: "1000-mal tauchen, da kommt er auf etwa 800 Stunden unter Wasser."













