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19. März 2010
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Stadt kauft Möbelhaus Alsdorff: "Lichtblick" ist ab August drin

Struktur- und Beteiligungsgesellschaft übernimmt Immobilie – Arbeitsstelle gegen Rechtsextremismus zieht ein

Von Michael Kothe

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STADTMITTE. Das Möbelhaus Alsdorff, vor allem 2009 Wut erntender Treffpunkt von NPD-Anhängern und geplanter Sitz eines KdF-Museums, schließt für immer. Die Stadt hat die 1888 Quadratmeter große Immobilie mit zwei Obergeschossen und Parkplätzen an der Heinrich-Nordhoff-Straße am vergangenen Donnerstag über ihre kommunale Tochter, die Wolfsburger Struktur- und Beteiligungsgesellschaft (WSB) gekauft. Bis Ende Juli will Grundstückseigentümerin Rosemarie Alsdorff das Gebäude räumen.

"Mit diesem letzten wichtigen Schritt ist das Kapitel Rechtsextremismus abgeschlossen in Wolfsburg", betonte gestern Oberbürgermeister Rolf Schnellecke. Den exakten Kaufpreis wollte er nicht nennen, sprach nur von "etwas über einer Million Euro". Den Wert habe nach "schwierigen Verhandlungen" ein unabhängiger Gutachter festgestellt – eine Summe ohne Aufschlag, deutlich niedriger als einst von Inhaberin Alsdorff gefordert, erklärte auch Stadtrat Werner Borcherding.

Die künftige Nutzung hat starke symbolische Züge. In Abstimmung mit dem "Schulterschluss der Wolfsburger Demokraten", die mit Kundgebungen und Mahnwachen gegen die NPD-Pläne protestiert hatten, soll die Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt (Arug) in die 263 Quadratmeter große erste Etage ziehen. Von hier aus hatten bis zum Tod von NPD-Vizechef Jürgen Rieger Ende 2009 seine Anhänger Demonstranten die lange Nase gezeigt.

Für die Arug, die in Braunschweig wegen ausbleibender Zuschüsse in finanzielle Not geraten war, dürften die Wolfsburger Pläne die Zukunft langfristig sichern. Künftig werde es zwei Beratungsstellen geben, kündigte IG-Metall-Bevollmächtigter Frank Patta gestern an. Und die Finanzierung? "Das kriegen wir hin", versicherte OB Schnellecke.

Weiteren gesellschaftspolitischen Schwerpunkt im Gebäude wird das Sozialkaufhaus "Lichtblick" bilden. Es soll im Sommer aus den Räumen in der Poststraße ausziehen, die wegen hohen Lagerbedarfs zu eng sind. Die Nutzung der übrigen Immobilie ist laut Verwaltung noch nicht im Detail geklärt. Laut Schnellecke bevorzugt die Stadt die Einrichtung von Büroräumen. Die Fraktionen reagierten auf den Kauf erleichtert.

Dienstag, 02.02.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11652571/menuid/2165
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