Muth: Verwaltung ins Rollen bringen
Moderner Bibliotheksbus mit intergrierter Sprechstelle
Rollende Bibliotheken, die zugleich fahrende Verwaltungsstellen sind. Darin sieht Finanzdezernent Thomas Muth eine Lösung mit hohem Spareffekt für die flächendeckende Versorgung.
Die Fahrbücherei pendelt bislang in den entlegenen Ortsteilen. Die Bürger von Almke bis Velstove erhalten so ein ortsnahes Angebot der Stadtbibliothek. Der fahrende Bücherbus sollte abgewrackt werden. Muth sagte vor dem "forum Stadtkultur" im Institut Heidersberger auf Schloss Wolfsburg, er könne sich einen neuen, modernen Bücherbus vorstellen. Dieser könnte auch die einzelnen Stadtteile regelmäßig anfahren. Damit wäre die Versorgung mit den Angeboten der Stadtbibliothek überall gewährleistet.
Im Gegenzug könnten die bisherigen Stadtteilbibliotheken geschlossen werden. Für deren Erhalt setzen sich insbesondere die Ortsräte ein. So möchte Fallerslebens Ortsbügermeister Bärbel Weist keine Zusammenlegung von Schul- und Stadtteilbibliothek in der Hoffmannstadt, weil die Bürger nicht in die Schule gingen, um Bücher zu entleihen. In anderen Stadtteilen, so in der Nordstadt, liegt die bisher von der Stadtverwaltung favorisierte Schulbibliothek abseits in der Kreuzheide, die Stadtteilfiliale aber zentral am Hansaplatz. SPD-Ratsherr Frank Helmut Zaddach sieht in der rollenden Bibliothek eine "interessante Lösung". Denn dann wäre die "von unseren Bürgern gewünschte direkte Anbindung" gegeben.
Vorerst als "Gedankenspiel" bezeichnete Muth die Verknüpfung mit Verwaltungsstellen. In einem solchen modernen Bibliotheksbus könnten auch mobile Verwaltungsstellen untergebracht werden, sagte er. Darin könnten zum Beispiel Pässe beantragt oder verlängert werden, Urkunden beglaubigt und ausgestellt werden. Dann entfielen die bisherigen festen Sprechstellen in den Ortschaften und Stadtteilen. Zugleich wäre die Stadtverwaltung aber zu festen Zeiten immer vor Ort. "Das ist einfach vorteilhaft, ein faszinierender Gedanke", betonte Muth.
Über konkrete Zeitpläne sagte er noch nichts. Aber angesichts der städtischen Haushaltslage dürfte das Rathaus schon bald "diesen positiven Lösungsvorschlag" den politischen Gremien detailliert vorstellen.











