Stadt wusste von Wendts Isolvenz
Finanzprobleme der Ortsratschefin seit Juni bekannt Neue Konten für Stadtteile
NORDSTADT. Im Fall der gesperrten Ortsratskonten der Nordstadt hat offenbar nicht nur Ortsbürgermeisterin Maritta Wendt die Folgen ihrer Privatinsolvenz Mitte 2009 verschwiegen. Auch die Stadt wusste laut Kämmerer Thomas Muth seit Juni vom Finanzdebakel. Warum niemand in der Verwaltung eingegriffen hat, um die auf Wendts Privatnamen-Konto geführten Steuergelder dem Zugriff des Insolvenzverwalters zu entziehen, sei umgehend zu klären, so der Stadtrat.
Zur Klärung des Debakels ist inzwischen auch das Rechnungsprüfungsamt (RPA) eingeschaltet. Leiterin Helga Müller-Bertram, Ortsratsbetreuer Hartmut Stapelfeld und Muth wollen heute über das weitere Vorgehen beraten. Klar ist: Die Kontoauszüge der Ortsbürgermeisterin sollen ausgewertet und Wendts Insolvenzverwalter befragt werden. Beim "Kassensturz" des Ortsrats am 18. Februar will Muth dabei sein.
Schon jetzt hat der Fall tiefgreifende Folgen für alle Ortsbürgermeister. Der Kämmerer will ihren Zugriff auf städtische Gelder umgehend neu regeln. So wird die Stadt für alle Orts- und Stadtteile neue kommunale Konten einrichten. Vollmachten und EC-Karten zum Abheben von Ortsratsmitteln, Beträgen für repräsentative Zwecke und Ehrungen werden künftig neben den Ortsbürgermeistern auch die Stellvertreter und die Ortsratsbetreuer erhalten.











