Neues Zentrum kämpft gegen Rechts
Konzept für Bildungsstätte soll bis Ende Februar vorliegen – Standort wird geräumtes Möbelhaus Alsdorff
In das Möbelhaus Alsdorff, das bis Ende Juli geräumt sein soll (wir berichteten), wird neben dem Sozialkaufhaus Lichtblick ein neu zu gründendes Zentrum für Demokratieförderung einziehen.
Reinhard Koch, Leiter der Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt (Arug) mit Sitz in Braunschweig, erarbeitet derzeit ein Nutzungskonzept für eine Einrichtung, die ihm zufolge auf Land und Bund ausstrahlen soll. Ein Name steht noch nicht fest.
Die Pläne will Koch dem zuständigen Wolfsburger Stadtrat Werner Borcherding bis Ende Februar vorlegen: "Das ist eine einmalige Chance. So eine Einrichtung gibt es bundesweit noch nicht."
Die Stadt beendete jüngst den Monate währenden Spuk um Möbel Alsdorff. Der NPD-Vize Jürgen Rieger hatte dort vor seinem Tod einen Treff für NPD-Anhänger und ein KdF-Museum einrichten wollen. Über ihre kommunale Tochter, die Wolfsburger Struktur- und Beteiligungsgesellschaft, kaufte die Stadt vor eineinhalb Wochen die 1888 Quadratmeter große Immobilie mit zwei Geschossen und Parkplätzen an der Heinrich-Nordhoff-Straße.
"Die Absicht von Rieger ins Positive zu drehen, ist ein genialer Schachzug", lobt Koch die Initiative von Stadt und IG Metall. Denn es gebe weiterhin diverse rechtsextreme Gruppen, die in der Region – auch in Wolfsburg – aktiv seien.
Jetzt geht es daran, die Details zu klären – etwa die Finanzierung und die Ausstattung mit Personal. Neben dem neuen Zentrum für Demokratieförderung, das auf Beratung, Fortbildung, Qualifizierung und politische Bildung zielt, wird die Arug in Braunschweig als Anlaufstelle bestehen bleiben. Koch weiß noch nicht, ob und wie die Mitarbeiter aufgeteilt werden. Ob Stadt, IG Metall oder VW das neue Zentrum unterstützen, sei ebenfalls noch offen, so Koch, der die 263 Quadratmeter große erste Etage noch gar nicht kennt: "Wir bekommen Bundes-Fördermittel. Davon könnte auch Geld nach Wolfsburg fließen."











