Unfalltote trüben Bilanz
Unfallstatistik 2009: Etwas mehr Unfälle – Insgesamt weniger verletzte Personen
Die Polizei freut sich bereits über kleine Erfolge, wenn sie die Unfallstatistik veröffentlicht. Zwar war Wolfsburg auch 2009 weit entfernt, eine unfallfreie Autostadt zu sein. Doch das Verkehrsgeschehen nimmt insgesamt eine positive Entwicklung.
Wichtigste Kennzahl ist die Entwicklung der Unfälle mit Personenschäden. Die Polizei Wolfsburg wollte 2009 das Vorjahresniveau halten, tatsächlich wurden fünf Prozent weniger Unfälle mit Verletzten registriert.
Ein Rückschlag bei allen Bemühungen um mehr Verkehrssicherheit ist die gestiegen Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten.
Anschnallgurte retten Leben – das ist bekannt und deshalb vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Die fünf jungen Männer, die im September auf der Röntgenstraße gegen einen Baum knallten, wobei vier Insassen starben, waren nicht angeschnallt. Schlimmer noch: Sie hatten ihre Gurtanschlüsse mit Ersatzsteckern manipuliert, um das Warnsignal auszuschalten.
Das war für die Ermittler damals noch neu. Seitdem wurden allerdings immer wieder Fahrer angetroffen, die gleichfalls so tricksten – darunter sogar Eltern, die ihre Kinder zur Schule fuhren. "Da gibt es oft überhaupt kein Unrechtsbewusstsein. Dabei haben die Eltern doch eine Vorbildfunktion für ihre Kinder", kritisiert Große.
Der Horrorunfall vom September, der wochenlang Stadtgespräch war und auch in einer Fernsehreportage aufgearbeitet wurde, sorgte kaum für ein verändertes Fahrverhalten. "Solche Ereignisse haben kaum einen spürbaren Effekte. An der Unfallstelle wird vielleicht langsamer gefahren, kurz danach wird wieder aufs Gas getreten", so Große. Im Visier der Polizei sind auch Radfahrer. 142 waren 2009 in Unfälle verwickelt. 103 wurden leicht und 15 sogar schwer verletzt.













