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09. Februar 2012
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Störchin Evita geht fremd – das soll sie auch

Weißstörche haben auf der Deponie am Weyhäuser Weg eine Notgemeinschaft gegründet


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FALLERSLEBEN. Zu einer Notgemeinschaft haben sich acht Weißstörche nach dem erneuten Wintereinbruch zusammengeschlossen. Weil ihre natürlichen Nahrungsflächen noch unter Eis und Schnee liegen, suchen sie im Biomüll auf der Deponie am Weyhäuser Weg nach Fressbarem.

"Für Störche, die nach anstrengendem Zug wieder zu Kräften kommen müssen, ist diese Futterquelle durchaus eine Übergangslösung", kommentiert Georg Fiedler die Überlebensstrategie. Was den Weißstorchbetreuer im Auftrag des Umweltamtes jedoch überrascht, ist eine Gruppenbildung: "Abends flogen sieben von ihnen nicht auf ihre Nester, sondern übernachteten zusammen auf Lampenmasten an der Ostseite der Deponie. Darunter war auch das auf dem benachbarten Nistmast seit 26. Februar ansässige Paar, dessen Männchen ich an der Ringnummer erkenne."

So konnte der Ornithologe eine Informantin beruhigen, die um den Verbleib des Paares besorgt war, weil sie schon am Vortag bis in die Dunkelheit vergeblich beim Horst gewartet hatte. Und es sei auch eine Erklärung dafür, weshalb die Nester von Warmenau und Brackstedt, auf denen sich tagsüber manchmal je ein Storch zeigt, abends leer sind.

Während fünfstündiger Beobachtungen hat Fiedler zwei weitere Störche aus der "Notgemeinschaft" durch Ablesung der Ringnummer identifiziert. Der eine ist ein Zuzügler aus dem Elsass.

Für Überraschung sorgt der Nachweis des anderen beringten Storches auf der Deponie. "Das ist ja unsere Evita", berichtete Dr. Christoph Kaatz, Leiter des Storchenhofs Loburg in Sachsen-Anhalt: "Die vergangenen beiden Jahre hat sie im Dreibock-Nest auf unserem Grundstück erfolgreich gebrütet." Ihr bisheriger Partner Magnus sei zurückgekehrt – und seit dem 8. März anderweitig verpaart. Ihre Ankunft könnte zu heftigen Kämpfen führen. "Deshalb wäre mir lieber, sie bliebe in Wolfsburg", so Kaatz. Dafür und somit für die Gründung eines neuen Brutplatzes bestehen gewisse Chancen, da die Störchin innerhalb der Gruppe bereits Anschluss an ein neues Männchen gefunden hat.

Freitag, 12.03.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11903538/menuid/2165
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