Kita-Träger beklagen Sanierungsstau
Verwaltung will Bau-Konzept erarbeiten Mohrs: Begehung und Prioritätenliste wie bei Schulen geplant
WOLFSBURG. Viele Kindertagesstätten in Wolfsburg sind in Gebäuden untergebracht, die allmählich in die Jahre kommen. Alte Fenster, schlecht isolierte Fassade, marodes Dach die Mängelliste ist in vielen Einrichtungen lang.
CDU und PUG forderten deshalb die Verwaltung auf, ein Sanierungskonzept zu entwickeln (wir berichteten). Erster Stadtrat Klaus Mohrs kündigt an, dass innerhalb des kommenden Jahres eine Bestandsaufnahme geplant ist. Nach einer Begehung soll eine Prioritätenliste nach Vorbild der Schulen entwickelt werden unter inhaltlicher und finanzieller Beteiligung der Träger.
Laut Mohrs gibt es im Vergleich zu den Schulen zwei Vorteile: Zum einen sind die Kita-Gebäude kleiner, zum anderen oft nur im Erdgeschoss, so dass Brandschutz und Fluchtwege einfacher zu regeln sind.
Deutlicher Sanierungsbedarf an allen Kindertagesstätten in städtischem Eigentum zeichnete sich schon 2009 ab, als das städtische Gebäudemanagement die Bauten begutachtet hatte. Deshalb stehen im Etat fortlaufend 100 000 Euro jährlich bereit. Für bauliche Maßnahmen in Kindertagesstätten im Eigentum freier Träger stehen 450 000 Euro jährlich zur Verfügung.
Einen Sanierungsstau von mehreren 100 000 Euro macht auch die Leiterin des Wolfsburger Kirchenkreisamtes, Doris Stein, in den evangelischen Einrichtungen aus: "Wir investieren ständig. Jetzt stehen aber große Bauarbeiten an. Dafür reicht das Geld nicht, auch wenn wir dank solider Haushaltsführung Rücklagen gebildet haben." An der Paulus-Kita am Samlandweg soll für 100 000 Euro das Dach erneuert werden, in der jahrezehntealten Kita St. Marien steht eine Grundsanierung an.
Im Auftrag der katholischen Kirche begutachten die LandE-Stadtwerke den energetischen Zustand der Kitas. St. Christophorus, dessen Südflügel 1947 gebaut wurde, wurde als erste Einrichtung 2009 für 120 000 Euro saniert dank Mitteln aus dem Konjunkturpaket II.
Weiter gehen soll es mit St. Raphael in Detmerode, ein Bauwerk aus den 70er-Jahren. "Fenster, Fassade und Dach müssen erneuert werden", sagt Wilhelm van Ledden, Geschäftsführer des Gesamtverbandes der katholischen Kirche. Die Prüfung von St. Heinrich und St. Joseph soll folgen. Van Ledden: "Der Sanierungsbedarf ist hoch. Alleine können wir das nicht tragen."













