Gegen das Turbo-Abi: Die ersten Unterschriften sind überreicht
"Volksbegehren für gute Schulen" will Bürger für Veränderungen mobilisieren
WOLFSBURG. Die Basis macht mobil. Gestern brachten Vertreter der Initiative "Volksbegehren für gute Schulen" die ersten 504 Unterschriften für die Wiedereinführung des Abiturs nach 13 Jahren ins Rathaus. Doch das ist erst der Anfang. Bis zum Ende der Initiative im November wollen Stadtelternrat Sabine Tüngler und Gerald Kulms von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Wolfsburg rund 10 000 Unterschriften zusammen haben.
Die Initiative aus Eltern, Schülern und Lehrern will das Rad wieder zurückdrehen. Denn seit die Landesregierung 2004 das Schulsystem änderte, an Gymnasien das Abitur nach zwölf Jahren einführte und im vorigen Jahr das Turbo-Abi auch für die Gesamtschulen beschloss, hagelt es Proteste. Schüler und Lehrer ächzen unter der überbordenden Stofffülle, kaum jemand hat noch Zeit für Arbeitsgemeinschaften und der Leistungsdruck ist enorm gestiegen, sagt Sabine Tüngler.
Noch gravierender: Das Turbo-Abi an den Gesamtschulen mache das Prinzip der Durchlässigkeit zunichte. "Wer sich leistungsmäßig verbessert und sich entschließt, doch das Abitur zu machen, kann keine höheren Kurse mehr besuchen, weil die anderen im Stoff schon viel weiter sind", kritisiert Gerhard Kulms. Die Initiatoren lehnen das Turbo-Abitur nicht grundsätzlich ab, nur dass es eben nicht obligatorisch sein soll.
Wer das Volksbegehren unterschreiben will, kann dies jeden ersten Samstag im Monat am Stand vor der City-Galerie tun. "Wo wir uns präsentieren, kommen die Leute auf uns zu und sind dankbar, dass sich endlich etwas bewegt", sagt Sabine Tüngler.
Mehr dazu im Internet unter www.volksbegehren-schulen.de













