Der Nikolaus saß wegen Missbrauchs
Opfer warnt vor 69-Jährigem, der auf dem Weihnachtsmarkt als musizierender Weihnachtsmann auftrat
Ein wegen Kindesmissbrauchs verurteilter Mann tritt in der Region als Alleinunterhalter auf. Auf dem Wolfsburger Weihnachtsmarkt war er 2005 ausgerechnet als musizierender Weihnachtsmann mit roter Nikolausmütze in Aktion.
Ein früheres Opfer aus dem familiären Umfeld des heute 69-jährigen Mannes kann das kaum fassen. In einer E-Mail schreibt der Hinweisgeber (Name ist der Redaktion bekannt): "Das finde ich sehr gefährlich, da er bei uns schon Wiederholungstäter war." Drei Kinder habe er sexuell missbraucht.
Tatsächlich ist der Mann polizeibekannt. Im März 1998 verurteilte ihn das Landgericht Braunschweig zu einer vierjährigen Gefängnisstrafe, die er nach Aktenlage vollständig abgesessen hat. Der Vorwurf lautete damals sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen in einer Vielzahl von Fällen. Tatzeitraum: zwischen 1984 und 1992. Die Ermittlungen führte die Polizei in Salzgitter.
Seit der 69-Jährige aus der Haft entlassen wurde, ist er polizeilich nicht mehr in Erscheinung getreten. Dennoch stellt sich die Frage, ob ein Pädophiler in die Rolle des Weihnachtsmannes schlüpfen sollte. Der Geschäftsführer der Wolfsburg Marketing Gesellschaft, Joachim Schingale, war schon vor fünf Jahren als CMT-Chef für den Weihnachtsmarkt auf dem Hugo-Bork-Platz verantwortlich. Er sagt: "So etwas sollte natürlich nicht passieren!"
Ausschließen kann Schingale aber nicht, dass sich auch künftig das eine oder andere schwarze Schaf auf dem Weihnachtsmarkt "einschleicht". Der Wintertraum und sein Programm würden von einer Firma aus Hamburg organisiert, erklärt Schingale. Dieses Unternehmen ist auch für die Auswahl der Künstler zuständig.













