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13. Februar 2012
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Die Jüngste machte ordentlich Dampf

23-Jährige Azubi-Chefin gehört zur 31-köpfigen Verhandlungskommission – Aufregung vor der großen Rede

Von Carsten Krebs, Hannover

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Mit der rechten Hand versucht sie ihr Rede-Manuskript in die rote IG-Metall-Tasche zu stecken. Sie hat es geschafft. Michele Rose hatte gestern beim Aktionstag der IG Metall vor dem Verhandlungsort der VW-Tarifverhandlungen im Hannoveraner Congress-Center ihren großen Auftritt.

Die Vorsitzende der VW-Ausbildungsvertretung hat in vier Minuten ordentlich Dampf gemacht – mit Erfolg, 14-mal wurde die 23-Jährige von donnerndem Applaus unterbrochen. Die Azubi-Chefin sitzt für die IG Metall auch direkt mit am Verhandlungstisch, gehört zur 31-köpfigen Verhandlungskommission der Gewerkschaft. Sie ist die Jüngste und eine von ganz wenigen Frauen überhaupt.

Vor ihrer Rede war ihr sichtbar mulmig. Nervös? "Ein bisschen", sagt sie. Als der Verhandlungsführer der IG Metall, Hartmut Meine, noch redet, sucht sie immer wieder Blickkontakt zu den vielen Auszubildenden. Sie lacht, schmunzelt, nickt, gestikuliert. Ihre Botschaft: Es wird schon klappen. Die 23-Jährige sieht chic aus. Rote Pumps mit kleinem Absatz, eine knallrote, lange IG-Metall-Jacke, schwarze Hose, schwarzer Blazer, drunter ein rotes Shirt.

Dann die Rede. Als ihr Name aufgerufen wird, brandet lauter Jubel auf. "Das ihr heute hier seid, ist eine enorme Rückenstärkung für die Verhandlungskommission", sagt sie. Und sie appelliert an den VW-Vorstand: "Wir sind die Zukunft von VW. Es ist notwendig, die Beschäftigungsstruktur zu ändern und nicht die Beschäftigungszahl." Da war es – ihr Hauptthema: die Übernahmegarantie der Azubis. Aus VW-Sicht soll die Garantie aufgehoben und leistungsorientierter ausgestaltet werden. Die Azubis sollen zudem weniger Gehalt bekommen. Zugleich soll die Azubi-Zahl um 20 Prozent ausgeweitet werden. Die IG Metall lehnt dieses Paket rundherum ab.

Der Schluss der Rede von Michele Rose: "Wir sind gewappnet. Wir sind zum Kämpfen bereit." Geschafft! Großer Jubel von 4000 Protestlern. Als dann das Redemanuskript in ihrer Tasche verstaut ist, wühlt sie weiter – und findet Zigarette und Feuerzeug. Noch auf dem Lastwagen-Podium dampft die erste Zigarette. "Kam gut an", sagt sie – und schiebt nach: "Glaube ich."

Mittwoch, 13.10.2004
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/3344396/menuid/2165
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