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04. Februar 2012
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Einschnitte für Diakonie-Beschäftigte

Einrichtung ist finanziell angeschlagen – Vorstand sucht Konsens für hartes Sanierungskonzept

Von Christian Franz

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Das Diakonische Werk Wolfsburg (DW) ist finanziell angeschlagen. "Die Lage ist ernst", bilanzieren die neuen Vorstände Udo Brüning und Dirk Hölterhoff nach schonungsloser Bestandaufnahme in ihren ersten 100 Tagen. Retten lasse sich der tief in den roten Zahlen steckende Verein nur durch konsequentes Umsteuern – vor allem im Personalbereich.

Seit sieben Jahren schreibt das DW rote Zahlen. Der kumulierte Verlust beträgt fünf Millionen Euro. Er wäre höher, wäre nicht von der Substanz gezehrt worden. Der Sanierungsstau beträgt weitere zehn Millionen Euro. Eine Abwärtsspirale ist in Gang gekommen. "Das erste Halbjahr 2004 war wirtschaftlich furchtbar. Es wird zu schmerzhaften Einschnitten kommen. Und zwar sofort", bilanziert Udo Brüning. Ohne Opfer der Mitarbeiter scheint es nicht zu gehen. "Wo wir tariflich falsch liegen, müssen wir an die Dinge ran", will Brüning Geld sehen.

Gespräche mit der Mitarbeitervertretung beginnen nächste Woche. "Da wird es eine Riesenwelle geben." Auch die Banken besucht Brüning. Für Kaufmannsverhältnisse wird er sehr deutlich: "Rücklagen sind eigentlich nicht mehr vorhanden. Es gibt noch Liquidität. Aber Schulden in höherem Ausmaß."

Was das DW den Mitarbeitern im Gegenzug anzubieten hat, sind Offenheit, Transparenz, ein neuer Geist der Gemeinsamkeit. "Eigenverantwortung zählt. Wir wollen die Mitarbeiter zu effizientem Arbeiten befähigen, investieren gezielt in Schulungen", sagt Personalchef Hölterhoff. Brüning fordert: "Diakonie heißt stark sein, um helfen zu können. Dafür haben wir ein klares Mandat des Aufsichtsrats." Ein Konzept werde gemeinsam erarbeitet.

Richtig hart wird es wohl die DW-Einrichtungen im Südharz treffen, die inzwischen in eine Tochtergesellschaft ausgegliedert sind. Vor allem das Seniorengästehaus Bad Sachsa hat Belegungsprobleme. "Alle Bereiche kommen auf den Prüfstand", sagt das Vorstands-Duo. "Wir können nicht mehr ausgeben als einnehmen."

Das DW erzielt mit Altenpflege 50 Prozent des Umsatzes. Zur ambulanten und stationären Pflege kommen betreutes Wohnen, Kinder- und Jugendhilfe, Suchtberatung und sozialpädagogische Familienhilfe.

Mittwoch, 13.10.2004
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/3344447/menuid/2165
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