Handwerkerschaft hält an Geschäftsführer fest
Wolters: "Duwe kippelt nicht" Nach Bußgeld-Forderung Einspruch eingelegt
Der Kreishandwerkerschaft droht der finanzielle Ruin. Der Dachverband soll fast 330 000 Euro Bußgeld bezahlen angeblich, weil er Zeitarbeiter illegal an Baufirmen vermittelt hatte (WN berichteten). Kreishandwerksmeister Rolf Wolters hat Einspruch gegen die Forderung der Finanzkontrolle Schwarzarbeit in Köln eingelegt und hofft auf einen juristischen Erfolg: "Solch einen Geldbetrag könnten wir nicht bezahlen", sagt er. Drei Rechtsanwälte seien eingeschaltet worden.
Seiner Ansicht nach habe die Handwerkerschaft ein juristisches Detail übersehen, als sie Bauarbeiter an Mitgliedsfirmen vermittelte. "Absicht war das nicht", betont Wolters und legt seine Hand auch schützend über Geschäftsführer Karl-Heinz Duwe, an den der Bußgeldbescheid adressiert war. "Herr Duwe ist für uns eine Kapazität. Er kippelt in keiner Weise." Auch bei der jüngsten Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft habe es in dieser Woche keine Forderung gegeben, Duwe als Geschäftsführer abzusetzen. Überhaupt: "Es gab kaum Diskussionen zu dem Thema, weil es sich um ein schwebendes Verfahren handelt", erklärt Wolters.
Stattdessen habe die Wahl des neuen Vorstands im Mittelpunkt gestanden. Wolters bleibt Kreishandwerksmeister, der Beisitzer Matthias Schulz ist nun Stellvertreter. Neu gewählt wurden Uta Wetzel-Schlestein, Diethelm Mislak und Reinhold Scholz. Beschlossen wurde, enger mit den Handwerkerschaften des Umlandes zu kooperieren.
Übrigens wurde nicht nur die Dachorganisation von der Finanzkontrolle Schwarzarbeit zur Bußgeld-Zahlung aufgefordert. Auch Betriebe, die sich Zeitarbeiter liehen, haben Rechnungen erhalten. "Ich weiß nicht, wie hoch die geforderten Rechnungen sind", sagt Wolters und schiebt nach. "Aber bislang hat sich noch kein Betrieb an uns als Handwerkerschaft gewendet und Regressforderungen geltend gemacht."













