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15. März 2010
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Jetzt kommen die Gutachter zu Wort

Am zweiten Verhandlungstag im Fall Doppelmord werden heute Mediziner und Polizisten gehört

Von Michael Michalzik

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Der zweite Verhandlungstag im Fall Doppelmord findet heute statt. Nach den erschütternden Bekenntnissen der 18-jährigen Angeklagten am Dienstag kommen heute die Experten zu Wort.

Die junge Frau wird beschuldigt, Ostersonntag gemeinsam mit ihrem 26 Jahre alten Freund ihre eigene Großmutter (75) sowie deren Schwester (76) getötet zu haben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das junge Paar Geld brauchte, um seine Sucht nach harten Drogen zu finanzieren: Die 18-Jährige beschrieb dem Gericht um Vorsitzenden Manfred Teiwes ihre Schmerzen durch den Entzug in der Untersuchungshaft, bei dem sie 15 Kilo verlor. Sie erklärte, dass sie sich mit ihrem Freund zuvor Heroin und auch Kokain gespritzt habe. In Westhagen hätten sie den Stoff bei einem Dealer bekommen. Am Tag der Tat hätten sie Entzug gehabt, die typischen Symptome wie Schweißausbrüche und Gelenkschmerzen erlebt. Sie wollten Geld für Drogen.

Das Gericht wird sich heute mit der Dokumentation der schrecklichen Nacht befassen müssen: Fotos möglicher Tatwerkzeuge, Bilder der Leichen der beiden alten Frauen sowie weiteres Beweismaterial hat die Spurensicherung der Wolfsburger Polizei in zwei dicken Ordnern aufgeführt. Die 18-Jährige sagte aus, dass ihr Freund Gegenstände gesäubert habe, um Spuren zu verwischen. Dennoch gibt es einen DNA-Befund als Beweis. Gestohlener Schmuck wurde außerdem im Fluchtauto des Pärchens, einem VW Polo, gefunden.

Staatsanwalt Klaus Ziehe, der die Anklage vertritt, beschreibt den weiteren Verlauf des Verfahrens: "Zeugen und Mediziner werden gehört. Untersuchungsergebnisse vorgestellt." Auch Polizisten werden aussagen. Zwei Gutachter sollen die Beschuldigten untersuchen. Es geht unter anderem um die Schuldfähigkeit zum Tatzeitpunkt.

Die 18-Jährige hat ihre Beteiligung an der Tat eingeräumt. Die eigentlichen Tötungen habe aber ihr Freund begangen: "Ich konnte nicht glauben, dass er das wirklich tut." Die kleine Beute hätten sie in Drogen investiert. Über die eigentliche Tat wurde zwischen den beiden kein Wort mehr verloren: "Aber wir konnten nicht schlafen."

Der 18-Jährige machte vor Gericht bislang keine Angaben. Der Polizei gegenüber hatte er allerdings bei seiner Vernehmung erklärt, gar nicht in der Wohnung gewesen zu sein. Der Prozess dauert vermutlich bis Ende September

Donnerstag, 17.08.2006
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/5782735/menuid/2165
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