"Wir sind von einer Insolvenz weit entfernt"
Kreishandwerkerschaft braucht Finanzspritze Bei Verurteilung wegen Schwarzarbeit droht die Pleite
Rolf Wolters mag das Wort kaum in den Mund nehmen. "Das wäre ja peinlich, wenn wir pleite gingen. Aber wir sind von einer Insolvenz auch ganz weit entfernt", beteuerte der Kreishandwerks-Meister gestern. Tatsächlich aber könnte der ehrwürdigen Kreishandwerkerschaft genau das blühen eine Insolvenz und jede Menge Schadenfreude noch dazu.
Aktuell geht es um einen vergleichsweise überschaubaren Euro-Betrag, der fehlt. In diesem Zusammenhang gab es bereits eine Krisensitzung, vier von 18 Mitarbeitern verloren ihren Job. Das wahre Damoklesschwert hängt aber in Form einer Geldbuße wegen angeblicher Schwarzarbeit über den Köpfen der Verantwortlichen. 2005 war die Kreishandwerkerschaft in die Schlagzeilen geraten, weil das Hauptzollamt die Tätigkeit der Tochterfirma "Zeitarbeit Handwerk" als Schwarzarbeit wertete.
Seitdem fehlen nicht nur die Einnahmen aus diesem Tätigkeitsfeld. Es könnte noch viel schlimmer kommen. Sollte es im Verfahren vor dem Amtsgericht Braunschweig zu einer Verurteilung kommen, dann müsste die Kreishandwerkerschaft 300 000 Euro bezahlen. "Sollten dann noch einmal 300 000 Euro aus den Regressansprüchen der Firmen hinzu kommen, dann wären wir pleite", gibt Wolters unumwunden zu. "Dabei haben wir nichts Verbotenes gemacht", sieht sich der Ober-Handwerker juristisch im Recht.
Die Folgen für die 200 angeschlossenen Innungsbetriebe, die Lehrlingsausbildung und den Weiterbetrieb des Handwerkerzentrums wären unabsehbar. Pech für die Kreishandwerkerschaft: Die Körperschaft des öffentlichen Rechts kann sich nicht am Kreditmarkt bedienen. Wolters hofft nun, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bessern. Das von der Stadt aufgelegte Schulsanierungs-Programm könnte einen großen Schub bei den lokalen Betrieben auslösen.













