Kritiker befürchten Fass ohne Boden
Krise der Kreishandwerkerschaft: Oberbürgermeister Rolf Schnellecke wertet mögliche Insolvenz als Katastrophe
Der dramatische Kampf ums Überleben der Wolfsburger Kreishandwerkerschaft geht in seine entscheidende Phase. Die vorläufige Abwendung der Insolvenz hängt jetzt allein von der Zustimmung einer Mitgliedsinnung ab (wir berichteten exklusiv).
Die Heizungsbauer- und Sanitärinnung hatte sich auf der Krisensitzung am Mittwoch geweigert, einem Sonderopfer aller 200 Mitgliedsbetriebe zuzustimmen. Und dabei könnte es auch trotz aller gebotenen Eile bleiben.
Mehrere Mitglieder der Innung meldeten sich inzwischen bei unserer Zeitung, um ihre Motive zu erläutern. "Wenn wir so wirtschaften würden wie die Kreishandwerkerschaft, dann würde es uns nicht mehr geben. Das Sanierungskonzept hat mich nicht überzeugt", sagte ein Handwerker, der lieber ungenannt bleiben möchte.
Deutliche Kritik gibt es auch an der Vorgehensweise des Vorstandes. Man habe dem Wunsch nach einer Finanzspritze innerhalb kürzester Zeit zustimmen sollen, ohne alle Fakten zu kennen. Die Innungen waren erst im Verlauf der Krisensitzung mit den Details des Sanierungskonzeptes vertraut gemacht worden. Nach kurzer Beratung stimmten dann alle Innungsvertreter der Alimentierung der Kreishandwerkerschaft zu bis auf die wackeren Widerständler. Und auf die kommt es jetzt an.
Die Heizungsbauer und ihre Kollegen aus der Sanitärbranche werden sich am Montag noch einmal zusammensetzen und sich dann endgültig festlegen. Derzeit, so einer der Handwerker, empfinde er die Liquiditätsprobleme als "ein Fass ohne Boden".
Vielleicht sei es sogar besser, wenn ein Insolvenzverwalter die Finanzsituation schonungslos darstelle und einem Neuanfang den Weg ebne. Oberbürgermeister Rolf Schnellecke ist jedenfalls auch zutiefst beunruhigt über die Lage. Eine Insolvenz käme "einer Katastrophe" gleich. "Die müssen jetzt Ruhe in ihren Laden bringen", fordert Schnellecke. Die Stadt hatte den Bau des Handwerkerhauses vor einigen Jahren mit zwei Millionen Euro gefördert.













