Auch Schultz stößt jetzt an Grenzen
Kreishandwerkerschaft weiter bedroht: Mitgliedsinnungen haben das "Sonderopfer" bisher nicht aufgebracht
Matthias Schultz ist nicht zu beneiden. Der neue Chef der Kreishandwerkerschaft hat den havarierten Dampfer mitten im dicksten Sturm übernommen und versucht, den Kurs zu ändern. Doch dabei stößt er jetzt an Grenzen.
"Wir brauchen definitiv Geld", sagt der engagierte Unternehmer. Doch genau dieses Geld ist bisher nicht zusammengekommen. Vor Wochen hatten sich die Innungsbetriebe erst in letzter Minute zu einem finanziellen Sonderopfer überreden lassen. So sollten 70 000 Euro in die klamme Kasse kommen. Doch diese Summe ist erst zur Hälfte aufgebracht worden.
Wie berichtet, ist die Kreishandwerkerschaft wegen anhaltender Unterfinanzierung inzwischen fast ein Konkursfall. Das Sanierungskonzept sieht unter anderem einen Extra-Obolus der Mitglieds-Betriebe vor. "Die Lage ist weiterhin nicht rosig. Das bisher eingezahlte Geld reicht nicht aus. Wir können nicht weiterhin von der Hand in den Mund leben", weiß auch der von Natur aus optimistische Schultz.
Gestern wollte er sich mit den Obermeistern treffen, um über "Ideen zu diskutieren, die wir in der Pipeline haben". Der Termin fiel aus und wird nächste Woche nachgeholt. Die Zeit drängt allerdings, denn die Probleme werden nicht geringer.
So steht immer noch das Verfahren gegen die Kreishandwerkerschaft wegen vermeintlicher Schwarzarbeit aus. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, wäre die Körperschaft des öffentlichen Rechts endgültig erledigt. "Wir hatten das Hauptzollamt vor fast zwei Jahren im Haus. Seitdem tut sich nichts. Wir haben jetzt zwei Rechtsanwälte eingeschaltet, aber immer noch keinen Termin bei Gericht", ärgert sich Schultz. Beim Thema Fusion halten sich die möglichen Partner Braunschweig und Gifhorn angesichts der unklaren Lage zurück. "Das kann ich auch verstehen, wir würden es genau so machen", sagt der leidgeprüfte Handwerker-Chef.













